Die Fragen, die die Menschen normalerweise interessieren, blieben weitgehend ausgespart: Warum treibt uns der Gedanke an alte Demütigungen noch nach Jahrzehnten die Schamesröte ins Gesicht? Sind die Dinge, an die wir uns nicht erinnern können, tatsächlich vollständig ausgelöscht? Wie entsteht ein Déjà-vu-Erlebnis, und spult sich tatsächlich wie manche behaupten in Todesnähe unser ganzes Leben wie ein Film vor dem inneren Auge ab?
Bewaffnet mit einer enzyklopädischen Kenntnis des Forschungsstandes und einer glasklaren, manchmal ins Poetische aufsteigenden Sprache hat der niederländische Arzt und Psychologe Douwe Draaisma diese “vergessenen” Themen angepackt. Er schafft Highlights aus allen Winkeln der akademischen Welt herbei, und Erkenntnislücken schließt er mit den Eingebungen großer Dichter und Denker. Die im Titel gestellte Frage wird allerdings nirgends befriedigend geklärt, und die Passagen übers Vergessen fangen Bedeutung und Dramatik des Gedächtnisschwundes mit dem Alter nicht richtig ein.
In Holland wurde das Buch 60 000 Mal verkauft meist als Geburtstagsgeschenk für ältere Semester.
Rolf Degen




