Das wollte der Forscher eigentlich immer: Frische Luft und Action statt staubiger Labore. Und davon bekommt Gerold Wefer, Geowissenschaftler und Meeresgeologe von der Universität Bremen, reichlich. Mit Forschungsschiffen fährt er in die heißesten Regionen der Erde, durch tobende Stürme und durch dichtes Packeis. Mit seinen Geschichten über Erdbeben und Vulkanausbrüche zieht der 58-Jährige seine Zuhörer immer wieder in den Bann. Diese Gabe brachte Wefer im vergangenen Jahr den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft verliehenen Communicator-Preis ein. „Wissenschaft ist ein Kulturgut, das es weiterzugeben gilt”, sagt der Geologie-Professor. Aber nicht nur Vorträge, auch Ausstellungen wie die „Wochen der Meeresforschung”, „Tage des offenen Schiffs” auf seinem Forschungsschiff „Meteor” oder die Aktion „Wissenschaft am Telefon” (WAT) sind in diesem kommunikationsfreudigen Umfeld in den letzten Jahren entstanden. „ Globale Veränderungen und Unsicherheiten machen Angst. Nur wer Bescheid weiß, kann sich wohl fühlen”, meint Wefer. Zurzeit schippert sein Geoschiff quer durch Deutschland. In dieser schwimmenden Ausstellung lernen die Besucher Spannendes über das Wandern der Kontinente, die Zusammenhänge zwischen den Ozeanen und dem Klimawandel sowie überraschende Details von Nord- und Ostsee. Dieses Jahr ist als „Jahr der Geowissenschaften” auf jeden Fall Wefers Jahr. Im August wird er zusammen mit zahlreichen Kooperationspartnern in Bremen den „ Wissenschaftssommer” ausrichten. Die ganze Stadt wird dann zu einem riesigen wissenschaftlichen Abenteuer-Spielplatz werden.
Hans Groth




