von JAN SCHWENKENBECHER
Groß, dick, ja, er war’s. Da waren sich alle Zeugen des Überfalls auf die Nürnberger Stadtsparkasse in der Wölckernstraße im Jahr 1991 einig. Auch der Gutachter kam, nachdem er ein anthropologisches Vergleichsgutachten erstellt hatte, zu dem Schluss, das Ohrläppchen des Angeklagten stimme in Anwachsungsgrad und Verlauf vollkommen mit dem Ohrläppchen des Täters überein. Dass der seine Unschuld beteuerte und ein Alibi hatte, für das es Zeugen gab, nahm keinen Einfluss auf das Verfahren. Und so musste Donald Stellwag, bis dahin ein – abgesehen von seiner Statur – eher unauffälliger Kleinkrimineller, für knapp acht Jahre ins Gefängnis. Sein mutmaßliches Vergehen: räuberische Erpressung mit Geiselnahme.





