Spielzeug auf dem Foto und in echt
In ihrem Experiment zeigten die Forscher 30 Kleinkindern im Alter von acht bis neun Monaten jeweils eine Minute lang das Foto eines Spielzeugs. Bei der Hälfte der Kinder war das Foto farbig, bei den anderen schwarzweiß. Als nächstes wurden die kleinen Versuchsteilnehmer vor zwei Spielzeuge gesetzt – dem zuvor auf dem Foto abgebildeten und einem unbekannten. Die Forscher beobachteten nun, nach welchem Spielzeug die Kinder zuerst griffen. Wie sich zeigte, streckten die meisten Kleinkinder als erstes ihre Hand nach dem ihnen unbekannten Spielzeug aus.
Wie die Forscher erklären, spricht dies dafür, dass die Kinder das zuvor auf dem Foto gesehene Spielzeug wiedererkannten. Sie sind in diesem Alter offenbar bereits in der Lage, den Transfer von der zweidimensionalen Abbildung auf das reale Objekt zu leisten. Das bereits gesehene Spielzeug hatte daher für sie weniger Neuigkeitswert und war uninteressanter als das unbekannte Objekt. Das gleiche Verhalten zeigten auch die kleinen Probanden, die zuvor nur Schwarzweißbilder gesehen hatten: Auch sie erkannten das Spielzeug wieder. Das zeigt, dass neun Monate alte Kleinkinder selbst diesen erschwerten Transfer von schwarzweiß und zweidimensional auf dreidimensional und bunt schaffen, so die Forscher.
Für Eltern und Erzieher ist dies eine wichtige Erkenntnis, meinen die Forscher: “Diese Studie sollte alle interessieren, die je ein Bilderbuch mit einem Kind angeschaut haben”, so Shinskey. Denn sie zeige, dass Kinder schon lange vor ihrem ersten Geburtstag und ihren ersten Worten aus Bilderbüchern lernen können – zumindest aus solchen, die Fotos oder sehr realistische Bilder zeigen. Das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern ist also absolut sinnvoll und empfehlenswert – es hilft den Kindern, ihre Welt kennenzulernen.





