Sie brachte geniale Geister wie Graf Léopold Hugo hervor, einen Neffen des großen Victor. Dieser “einfache Bacchant der Wissenschaft” (Selbstbezichtigung) führte aus einem Strudel von Ekstase, Geometrie und Lyrik heraus einen Kampf gegen die “Autokratie der Kugel”. Oder den Lütticher Physiker und Luftschiffer Eugène Gaspard Robertson, der nicht nur ägyptische Mumien öffentlich auf Rauch projizierte (Ohnmachten! Hypnotische Krisen!), sondern die meisten seiner Erkenntnisse an Bord eines Heißluftballons gewann.
Der französische Wissenschaftsjournalist Nicolas Witkowski hat längst entschwundene Forscher dem Dunkel der Geschichte entrissen und auch berühmten Gestalten wie Newton oder Darwin wieder Leben und Konturen verliehen. Das Bändchen “Voltaire und die kopflosen Schnecken” erschöpft sich keineswegs in der Aufzählung von Anekdoten. Es ist vielmehr eine ebenso amüsante wie informative Sammlung von 30 liebevollen Kurzporträts. Eine empfehlenswerte Alternative für Leser mit (verständlicher) Abneigung gegen ziegelsteindicke Biografien.
Hans Schmidt




