Was noch vor wenigen Jahren als Science-Fiction erschien, ist heute schon Realität – etwa die weltumspannenden Kommunikationsnetze oder intelligente Häuser. Und es ist nur eine Frage der Zeit, wann Roboter vielen Menschen den Haushalt führen.
„What if?” (Was wäre wenn?) lautet der Titel eines Sammelbandes, in dem sich Wissenschaftler und Science-Fiction-Autoren Gedanken über die Zukunft der Informationsgesellschaft machen. In 26 Aufsätzen und Interviews geht es um die drängenden Fragen der Zukunft: Welche neuen Hilfen gibt es für Senioren? Wie werden wir arbeiten? Welche Medien werden zum Alltag gehören? Werden Körper und Geist genetisch und technisch verändert? Und wie werden die Menschen auf die Veränderungen reagieren?
Am besten gelungen sind jene Beiträge, die konkrete Szenarien beschreiben – etwa der über maschinelles Gedankenlesen. Das kann Vorteile haben, etwa für Gericht und Polizei. Aber es erzeugt auch den gläsernen Menschen, den Industrie und Behörden nach Belieben durchleuchten können. Oder der Aufsatz, der nach den Auswirkungen neuer Herstellungsverfahren fragt: Ein „Rapid Manufacturing”-Gerät zu Hause kann zwar recht praktisch sein, wenn ein Werkzeug kaputt geht. Aber es eröffnet eben auch die Möglichkeit, sich mal eben eine Waffe „auszudrucken”.
Der Sammelband bietet einen meist kurzweiligen, zuweilen aber auch etwas verquasten Blick in unsere technisierte Zukunft. Wobei eines klar ist: Etliche Visionen sind sicher schon morgen überholt. Werner Pluta
Stefan Iglhaut, Herbert Kapfer und Florian Rötzer (Hrsg.) WHAT IF? Heise, Hannover 2007 232 S., € 18,– ISBN 978-3-936931-46-4





