Mit einem neuen Testverfahren ist Gebärmutterhalskrebs sicherer zu erkennen. Diese Krebsart wird durch lang andauernde Infektionen mit speziellen Warzenviren (Papillomviren) ausgelöst. Nach der Einführung regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen in den siebziger Jahren sank die Häufigkeit binnen eines Jahrzehnts um die Hälfte. Doch seitdem stagnieren die Zahlen bei etwa 2500 Toten jährlich.
Der bisherige Routine-Test (Pap-Test) erkennt lediglich etwa 50 Prozent der Krebsvorstufen. Für diesen Test nimmt der Frauenarzt mit einem Abstrich vom Gebärmutterhals Zellen, die unter dem Mikroskop auf krebsartige Veränderungen untersucht werden. Bei dem neuen, so genannten Hybrid-Capture-2-Test – kurz HC-2 – wird im Abstrich dagegen gezielt nach den krebsauslösenden Viren gesucht. Gynäkologen aus Hannover und Tübingen haben jetzt den alten und neuen Test bei über 8000 Frauen zeitgleich angewandt. Der HC-2-Test spürte 46 Krebsvorstufen auf, während der Pap-Test nur 20 fand. Ein weiterer Vorteil: Da zwischen der ersten Infektion und dem Auftreten von Krebs mindestens acht Jahre vergehen, gibt der HC-2-Test über lange Zeit hinweg Sicherheit. Der Pap-Test muss dagegen jährlich wiederholt werden. Nachteil des neuen Tests: Er gibt oft falschen Alarm, denn er entdeckt auch frische Virusinfektionen, die in den meisten Fällen nicht zu Krebs führen.
Thomas Willke




