Bis 1998 dachten die meisten Kosmologen, das Schicksal unseres Universums hinge allein von seiner Geometrie ab (links): Ist diese „flach” oder „hyperbolisch” („offen”), ist der Raum unendlich und dehnt sich in alle Ewigkeit aus. Ist sie dagegen „ sphärisch” („geschlossen”), ist der Raum endlich und wird in einigen Dutzend Milliarden Jahren in einem Endknall kollabieren.
Dann stellte sich heraus, dass sich unser Universum beschleunigt ausdehnt. Viele Kosmologen führen das auf die Energiedichte des Vakuums zurück. Die einfachste Erklärung für diese Dunkle Energie ist die Kosmologische Konstante (Mitte). Ist sie positiv, dehnt sich der Weltraum ewig aus. Ist oder wird sie negativ, kommt es zu einem Endknall. Auch andere Modelle – beispielsweise ein Quintessenz-Feld – erlauben diese beiden Möglichkeiten, und fast alle sind unabhängig von der Geometrie des Raums. Wenn hinter der Dunklen Energie aber eine „ Phantomenergie” steckt, zerreißt diese das All förmlich – diesen „ Big Rip” könnten nicht einmal Atome überstehen.
Heute werden noch verrücktere Möglichkeiten diskutiert (rechts). Bestimmte Kombinationen von Quintessenz und Phantomenergie könnten eine oszillierende Expansion bewirken. Eine andere Art von Dunkler Energie („generalisiertes Chaplygin-Gas”) lässt dagegen vielleicht das All plötzlich erstarren („Big Freeze”).
Welche der vielen Möglichkeiten zutrifft, könnten kosmologische Messungen schon in wenigen Jahren entscheiden.




