Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Viele Betroffene streben nach einer Idealvorstellung von sich selbst, in welcher sie beispielsweise ungewöhnlich schön, erfolgreich, einflussreich oder vermögend sind – oder verschiedene Kombinationen dieser Ziele. Sie verfolgen diese rücksichtslos und schrecken dabei auch vor einer Ausbeutung nicht zurück, was sowohl sie selbst als auch andere Personen betreffen kann. Sie haben ein unrealistisches Selbstbild und reagieren äußerst empfindlich darauf, wenn dieses nicht bestätigt oder sogar aktiv angegriffen wird. Bei ihren Aktionen und Reaktionen weisen sie ein starkes Defizit an Empathie auf. Sie fühlen sich ihren Mitmenschen überlegen und gleichzeitig von ihnen bedroht.
Dadurch setzen sie sich selbst unter ständigen Stress, der zu Folgeerkrankungen wie einem Burnout-Syndrom, Ängsten oder Depressionen führen kann. Wenig verwunderlich liegt die Suizidrate daher bei einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit 14 Prozent deutlich über der Norm. Geraten Narzissten unter Druck, neigen sie zum Lügen oder Vertuschen, um ihr fragiles Selbst- und Fremdbild aufrechtzuerhalten. Oft entsteht dadurch eine Eskalation, sprich ein Teufelskreis, in welchen sie sich selbst immer weiter hineinmanövrieren. Zu Beginn schaffen sie es aber oft noch, sich positiv zu präsentieren und wirken auf ihre Mitmenschen meist mitreißend, faszinierend sowie charmant.
Psychopathische Persönlichkeitsstörung
Ähnlich verhält es sich bei der psychopathischen Persönlichkeitsstörung, welche gepaart mit dem Narzissmus auftreten kann, aber auch alleine. Sie wird ebenfalls als Psychopathie oder antisoziale Persönlichkeitsstörung bezeichnet und nimmt in vielen Fällen noch drastischere Ausmaße an als eine narzisstische Störung. Die Psychopathie zeichnet sich durch ein hohes Maß an Manipulation aus, wobei die Täter keine Reue und kein Mitgefühl empfinden. Sie agieren zudem mit hohem Risiko, wobei sie ein geringes Verantwortungsgefühl besitzen. Aus diesem Grund neigen sie – mehr noch als Narzissten, um ihr Selbst- sowie Fremdbild zu wahren – zu Straftaten, um ihre Ziele zu erreichen. Auch hierbei handelt es sich im Regelfall um äußere Faktoren wie Macht, Ruhm oder Geld.
Die Psychopathie gilt somit als Extemform der dissozialen Persönlichkeitsstörung mit erheblichen emotionalen Beeinträchtigungen. Die Betroffenen scheuen sich beispielsweise nicht, Aggressivität oder Gewalt für ihre Zielerreichung anzuwenden, wenn diese notwendig sind, um die Kontrolle über andere Menschen zu erlangen oder zu behalten. Auf den ersten Blick sind Menschen mit psychopathischer Persönlichkeitsstörung oft nicht zu erkennen, da sie sich wie die Narzissten als charmante und „normale“ Personen präsentieren. Sie schaffen es also nicht nur, sich unauffällig in die Gesellschaft einzufügen, sondern sind sogar oft äußerst beliebt. Ihren Charme setzen sie aber rein zu Manipulationszwecken ein und können dabei auch die eigentlich nicht vorhandene Empathie glaubwürdig vorspielen.





