Immer wieder kommt es zu Überraschungen bei der Suche nach Planeten von anderen Sternen. Über 470 wurden bisher aufgespürt, und mehrere Hundert Kandidaten werden zurzeit überprüft. Ein neuer Exot ist das 44 Lichtjahre ferne System Ypsilon Andromedae A, bei dem schon 1996 ein Planet entdeckt wurde. Inzwischen kennt man drei davon. Sie umrunden ihren Stern aber nicht alle ungefähr in einer Ebene wie im Sonnensystem und bei anderen bekannten Mehrfachplanetensystemen üblich. Ihre Orbits sind vielmehr stark zueinander geneigt: Die Bahnebenen stehen in einem Winkel von 35 beziehungsweise 155 Grad zueinander. Barbara McArthur von der University of Texas, die das bekannt gab, erklärte: „Astronomen können nicht länger davon ausgehen, dass alle Trabanten ihren Heimatstern in einer Ebene umkreisen.”
Es ist unwahrscheinlich, dass das System Ypsilon Andromedae A schon so entstanden ist, denn Planeten bilden sich in einer flachen Gas- und Staubscheibe, die in den ersten Hundert Millionen Jahren einen jungen Stern umkreist. Möglicherweise sind die exzentrischen Planeten durch wechselseitige gravitative Störungen auf Abwege geraten. Oder einer stammt von einem anderen Stern und wurde eingefangen. Vielleicht ist aber auch der Nachbarstern von Ypsilon Andromeda A ein Störenfried: ein Roter Zwerg, der das Planetensystem in weitem Abstand umkreist (mindestens der 750-fachen Distanz von Erde und Sonne).




