„Don’t Eat Babies”, steht auf dem Poster. Präsentiert hat Rainer Froese seine Forderung allerdings nicht auf einer Menschenrechtstagung, sondern beim Jahrestreffen des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES). Der Fischerei-Biologe vom Institut für Meereskunde der Kieler Universität meint mit „Babies” nicht etwa Menschenkinder, sondern junge, noch nicht geschlechtsreife Fische. Und der ICES ist keine Vereinigung von Grundlagenforschern, sondern das wissenschaftliche Vollzugsorgan, das den Fischerei-Nationen der Welt langfristig gute Fänge sichern soll. „Aber genau das verhindert der ICES, wenn überwiegend Fische gefangen werden, die noch nicht geschlechtsreif sind”, prangert Rainer Froese an. Heutzutage landen die meisten dieser Jungtiere als Fischstäbchen oder Fischfilets in den Kühltheken der Welt oder als Viehfutter im Schweinetrog. „Und das, obwohl sich jeder leicht ausrechnen kann, dass eine Art über kurz oder lang ausgerottet ist, wenn die meisten Jungfische gefangen werden, bevor sie sich zum ersten Mal vermehrt haben”, kritisiert Rainer Froese. Um die Fischbestände in den Weltmeeren steht es nicht gut. Weit mehr als die Hälfte der rund 600 kommerziell genutzten Arten gelten als überfischt. Moderne Fischerei-Methoden und mangelnde Anreize zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Meeres haben sie an den Rand der Ausrottung gebracht. Trotzdem will niemand auf die kleinen Fische verzichten, weil die Fangflotten sonst ihre Netze gar nicht mehr voll bekämen. Jeder Fischerei-Betrieb befürchtet, seine Konkurrenten würden die kleinen Fische aus dem Meer holen, wenn er es nicht selbst tut. Mit ihren massiven Eingriffen hat die Fischerei-Industrie sogar die Evolution der Meeresbewohner verändert und damit die Krise verschärft: Die Fische werden immer kleiner und wachsen langsamer. Das beobachteten auch David Conover und Stephan Munch von der State University of New York in Stony Brook, als sie die üblichen Methoden der Fangflotten im Experiment nachahmten. Sie hielten dazu jeweils 1000 erwachsene Mond-Ährenfische Menidia menidia in großen Becken. Dann fingen sie in einem Becken in einer Saison alle Fische bis auf die 100 kleinsten. In einem anderen Becken verblieben dagegen nur die 100 größten Tiere. Sobald die übrig gebliebenen Tiere sich wieder vermehrt hatten, wiederholten die Forscher mit jeweils 1000 Nachkommen die Fangmethode. Vier Fischgenerationen untersuchten die Forscher auf diese Weise. Das Resultat: Anfangs sind die Erträge dann am besten, wenn nur die größten Fische herausgeholt werden. Aber dann nimmt der Gesamtertrag von Generation zu Generation ab. Der Grund: Besonders große Tiere wachsen im Normalfall relativ schnell. Werden diese Exemplare bevorzugt gefangen, bleiben nur die kleinen Fische übrig, die langsamer wachsen. Auch die Nachkommen dieser Exemplare sind im allgemeinen schwachwüchsiger. Den ICES ficht dies nicht an: „Da die meisten Arten recht fruchtbar sind, sollten die wenigen Überlebenden reichen, um den Bestand wieder aufzufüllen”, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Dabei hat sich in der Natur gezeigt, dass selbst wenn der Fischfang komplett eingestellt wird, die Bestände sich durch die Selektion nur langsam erholen. Dies erlebten die Fischer vor Neufundland in einem der ehemals reichsten Fischgründe der Welt. Erst wurde der Kabeljau nach massiver Befischung immer kleiner, dann brachen die Bestände Anfang der neunziger Jahre zusammen, und der Fischfang musste eingestellt werden. Erholt haben sich die Fischgründe bis heute nicht. Ganz anders entwickeln sich die Fischbestände, wenn man immer nur kleine Tiere fängt. Auch das zeigten die Versuche von David Conover und Stephan Munch. Zwar holt man zunächst relativ kleine Fänge an Land, mit der Zeit wachsen sie aber deutlich. Der biologische Hintergrund: Durch die Selektionierung besonders großer Fische bleiben genau die Tiere übrig, die relativ rasch wachsen. In der vierten Fischgeneration fangen die eigentlich auf kleine Exemplare fixierten Fischer im Durchschnitt schließlich doppelt so große Exemplare wie ihre Kollegen, die immer nur große Tiere an Land holen. Auch der gesamte Fang ist bei den Minimalisten dann doppelt so groß wie bei der konventionellen Gruppe. Die Groß-Fischer schaden sich gleich auf zweierlei Art: Einerseits fangen sie alle großen Fische weg und lassen so die durchschnittliche Größe der Fische schrumpfen. Andererseits fangen sie den größten Teil der Fische, bevor diese zum ersten Mal gelaicht haben, was die Bestände rasch zusammenbrechen lässt. Möglich wurde dieser fatale Prozess durch technische Veränderungen in den fünfziger und sechziger Jahren. Damals übernahmen die Fischer einige Methoden der Kriegsmarine und steigerten so ihre Fänge enorm. Mithilfe des Echolots spüren sie seither Fischschwärme auch in trüben Tiefen auf und können so ganz gezielt ihre Netze auswerfen. Ein als Fischlupe bezeichnetes Ultraschallgerät zeigt die Größe der Fische und signalisiert so, ob sich ein Beutezug lohnt. Elektronische Navigationshilfen lotsen die Schiffe bis auf 20 Meter genau an die Schwärme heran, und Satellitenaufnahmen zeigen exakt die Wassertemperatur und geben damit Hinweise, wo bestimmte Fischarten stehen. Die Schleppnetze sind inzwischen 170 mal 110 Meter groß – zwölf Jumbo-Jets würden bequem hineinpassen. Und Angelleinen können schon mal 130 Kilometer lang sein. Nicht zuletzt unterstützen Politiker die Aufrüstung der Fangflotten nach Kräften und gewähren den Fischern jede Menge Subventionen. Die Folgen sind grotesk: Rund 120 Milliarden Euro wenden die Fangflotten der Welt jedes Jahr schätzungsweise auf, um Fisch im Wert von 70 Milliarden Euro aus dem Wasser zu holen. Der Differenzbetrag von 50 Milliarden Euro wird zum größten Teil durch Subventionen in Form von Steuerbefreiungen auf Treibstoff, zinsgünstigen Darlehen und direkten Zuschüssen für immer effektivere Ausrüstung gedeckt. Diese Ausrüstung hilft dann, die Meere noch schneller leer zu fischen. 1,2 Millionen Fischerei-Fahrzeuge weltweit hat die Welternährungsorganisation FAO bei der letzten Erhebung 1992 gezählt. Dazu gehören kleine Pirogen ebenso wie Fabrikschiffe, die ihren Fang gleich auf See zu Tiefkühlkost verarbeitet. Fast 100000 Fangschiffe holen unter den Flaggen der Länder der Europäischen Union jedes Jahr hochsubventionierte sechs oder sieben Millionen Tonnen Fisch aus den Gewässern der Weltmeere, berichtet der World Wide Fund for Nature (WWF). Heute ist die industrielle Fischerei so effektiv, dass von manchen Arten jedes Jahr 80 bis 90 Prozent des gesamten Bestands aus dem Wasser geholt werden. Wenn diese Arten sich nicht sehr schnell vermehren, wie es zum Beispiel die Peru-Sardellen tun, sind sie rasch zur wirtschaftlichen Ausrottung gebracht. „Beim Kabeljau dauert es zum Beispiel zwei bis fünf Jahre, bis ein einmal halbierter Bestand wieder auf seine alte Größe gewachsen ist”, sagt Rainer Froese. Bislang holten die Fangflotten in dieser Zeit aber erneut große Mengen Kabeljau aus dem Wasser. Die Folge: Der Bestand brach zusammen, der Fang lohnte nicht mehr. Ist eine Art wirtschaftlich ausgerottet, konzentrieren sich die Flotten rasch auf eine andere Spezies, die im Normalfall kleiner ist. Kleinere Arten stehen in der Nahrungskette meist weiter unten. Der vielleicht beste und engagierteste Kenner der Fischerei auf den Weltmeeren, Daniel Pauly von der University of British Columbia in Kanada, hat daher den Begriff „Fishing down the foodweb” geprägt: „Immer kleinere Arten, die bisher wirtschaftlich uninteressant waren, werden gefangen und in kurzer Zeit überfischt”, erklärt der Fischerei-Biologe seinen griffigen Slogan. Sind die Fischgründe – wie die Nordsee oder die Küste vor Neufundland – leer gefischt, weichen die Flotten in andere Gegenden aus. Das Umweltamt der Vereinten Nationen unter Klaus Töpfer wirft der Europäischen Union vor, an der Küste des Senegal einige Fischarten bereits übermäßig ausgebeutet zu haben. Das habe einen ernsten Einfluss auf die Versorgung der Bevölkerung in diesen Gebieten mit Nahrungsmitteln. Der Banc d’A rguin-Meeresnationalpark vor der Küste Mauretaniens ist ein typisches Beispiel: Mit 267 Millionen Euro hatte die EU-Kommission fünf Jahre lang die Fischerei-Rechte für Trawler aus Spanien, Portugal und anderen EU-Ländern gesichert. Bis direkt an die Grenze des Nationalparks holten die ausländischen Boote mit einer halben Million Tonnen 30-mal mehr Fisch aus den Gewässern, als einheimischen Fischern in die Netze ging. Da Fische sich nicht an Nationalparkgrenzen halten, schrumpften die Bestände auch auf der Banc d’Arguin, einem der bislang reichsten Fischgründe Afrikas. Aus mehreren tausend Kilometer Entfernung schwimmen etliche Fischarten dieses Gebiet an, um dort zu laichen und zu fressen. Im Nationalpark, der sich südlich der Kanarischen Inseln mehr als 100 Kilometer weit in den Atlantik erstreckt, dürfen nur einheimische Fischer mit Segelbooten zwischen den Sandbänken und Inseln fischen. Illegal fahren aber auch Motor-Pirogen aus den Nachbarländern Senegal und Gambia die Banc d’Arguin an. Inzwischen wurde der Fischerei-Vertrag mit der EU zugunsten Mauretaniens nachgebessert. Die EU zahlt fast doppelt soviel für die mauretanischen Fischerei-Rechte als bisher – und bis zu 50 Prozent dieser Summe sollen in Strukturhilfen für die Küstenregion fließen. Damit werden Kühlhäuser für den von der EU gefangenen Fisch gebaut, von dem laut Vertrag ein Teil im Land selbst verarbeitet werden muss. Die Infrastruktur in den Dörfern soll verbessert werden, und die Boote der einheimischen Fischer werden mit modernen Sicherheitseinrichtungen wie Funk- und Radar-Geräten ausgerüstet. Ein positives Beispiel: Auf der philippinischen Insel Negros scheinen die Fischer die Überfischung rückgängig machen zu können, die sie selbst verursacht haben. Wie in vielen anderen Entwicklungsländern steht in der philippinischen Inselwelt die Überbevölkerung am Anfang einer negativen Kette. Viele Menschen in solchen Gebieten sind sehr arm, pro Kopf kommt weniger als ein Euro am Tag in die Kasse. Ihr Leben können die Menschen unter diesen Bedingungen nur fristen, wenn sie sich aus der Natur bedienen. „Bis zu 40 Prozent ihres Einkommens erwirtschaften Arme direkt aus der Umwelt”, beziffert Josef Gamperl von der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Frankfurt diesen „Natur-Anteil”. Wenn sich aber immer mehr Menschen immer stärker bei den Ökosystemen bedienen, werden diese irgendwann überlastet zusammenbrechen.
Dies geschah um die Insel Negros: Immer mehr Fischer warfen ihre Netze aus, und die Fänge verringerten sich. Bald griffen die Fischer zu neuen Methoden, setzten Dynamit oder Zyanid ein, um die Fänge zu verbessern und ihre Familien weiter ernähren zu können. Zur gleichen Zeit tauchten vor der Küste große Kutter aus anderen Landesteilen auf, die mit ihren Schleppnetzen nicht nur viele Fische wegfingen, sondern auch die Riffe zerstörten. Die Artenvielfalt sank drastisch, die Bestände brachen zusammen, und die Fischer fielen endgültig unter die Armutsgrenze. Dann erhielten die Fischer von Negros Hilfe von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn, der kirchlichen Entwicklungshilfe Misereor und vom Deutschen Entwicklungsdienst (DED). Hauptaufgabe der fünf DED- Helfer in diesem Projekt ist die Aufklärung. „Keiner der Fischer wusste doch, dass er auch die Riffe zerstört und damit langfristig seinen eigenen Fang dezimiert, wenn er seine selbst gebastelten Dynamitbomben ins Wasser wirft”, erklärt der DED-Verantwortliche Ralf Sanftenberg. Da viele Küstenbewohner weder lesen noch schreiben können, verpacken die DED-Helfer ihre Aufklärung in ansprechende Comics – und haben erstaunlichen Erfolg damit. Die Fischer erkannten rasch, dass sie sich selbst die Nahrungsgrundlage entziehen. Inzwischen haben die Fischer ihre neuen Erkenntnisse in eigener Regie umgesetzt. Jeder Fang wird ab sofort genau gewogen und die Größe der Fische festgestellt. Denn nur mithilfe exakter Fangzahlen lässt sich zuverlässig schätzen, wie viel Fisch man in Zukunft aus dem Wasser holen kann, ohne dass die Bestände zusammenbrechen. Die Fischer selbst haben 29 Schutzgebiete eingerichtet, in denen nur noch die Unterwasserkameras von Öko-Tauchtouristen zugelassen sind, Netze aber nicht. „Die Fischer bewachen ihre Schutzgebiete selbst und verteidigen sie nicht nur mit verbalen Argumenten, sondern falls nötig auch durchaus schlagkräftig”, sagt DED-Mitarbeiter Ralf Sanftenberg. In diesen Reservaten steigt die Zahl der Tiere und die Artenvielfalt, wie Beobachtungen verschiedener philippinischer und deutscher Wissenschaftler zeigen. Die Entwicklung der Fischerei auf der Philippinen-Insel Negros macht klar, wie sich die überbordenden Fischflotten auf den Weltmeeren in Zukunft entwickeln müssen. Rainer Froese nennt die entscheidenden Faktoren: „Zunächst einmal müssen die Fang-Kapazitäten wenigstens halbiert werden. Dadurch würden die Anlandungen zwar kurzfristig sinken, aber schon mittelfristig wieder deutlich steigen, weil nicht überfischte Bestände erheblich mehr produzieren.”
Die verbleibenden Schiffe dürften obendrein keine Arten mehr fangen, die sich relativ langsam vermehren, zum Beispiel Haie. Der Fang der sich schnell vermehrenden Arten wie Kabeljau oder Seehecht, müsste nachhaltig gestaltet werden. Da eine solche Ökologisierung nur funktioniert, wenn sie leicht überprüft werden kann und jeder Fischer sie sofort einsieht, propagiert Rainer Froese ein recht einfaches Schema: „Fische dürfen nur noch gefangen werden, wenn sie sich bereits einmal vermehrt haben.” Am Beispiel des Kabeljau – auch „Dorsch” genannt – sieht jeder Fischer sofort, wie das System funktioniert: Bisher werden dort Dorsche gefangen, sobald sie 30 Zentimeter lang sind. Geschlechtsreif werden sie aber erst mit 32 oder 33 Zentimetern. Eine gute Mindestfanggröße wäre 35 Zentimeter. „Die Fischer verlieren dabei nicht viel. Denn in einer gesunden, nicht befischten Population stellen die 37 bis 38 Zentimeter großen Dorsche den größten Gewichtsanteil eines Jahrgangs. Und genau der darf ja gefangen werden. Sorgt man obendrein noch dafür, dass nicht alle Dorsche dieser Größe gefangen werden, können sich die schnell wachsenden Tiere weiter fortpflanzen und ein Schrumpfen der Durchschnittsgröße wird vermieden.” Rainer Froese ist zuversichtlich, dass sich ein solches Modell durchsetzen lässt. Denn die zusammenbrechenden Bestände und zunehmende Kritik aus der Öffentlichkeit haben den Druck auf die Fischerei-Manager und Politiker so stark erhöht, dass die Zeit für längerfristige Lösungen reif scheint. „Babies” könnten dann endlich von der Speisekarte verschwinden.
Kompakt
Satelliten- und Ultraschalltechniken lassen den Fischen kaum eine Chance. Die bisherigen Fangkonzepte beeinflussen sogar die Evolution: Die wirtschaftlich bedeutenden Fischarten werden kleiner und wachsen erheblich langsamer.
Der Pflug am Meeresgrund
Den Reichtum der Meere mindern die Fischereischiffe auch durch die Schädigung des Meeresgrunds. Im Atlantik zerstören Schleppnetze Riffe noch in 100 Meter Tiefe, und in der Nordsee pflügen schwere so genannte Baumkurren mindestens einmal im Jahr jedes Stückchen Meeresboden um. Als aber vor zwei Jahren die Wohnplattform West-Gamma im deutschen Bereich der Nordsee sank, durfte in der Umgebung des Wracks nicht gefischt werden. Der Meeresboden änderte sich in dieser Zeit drastisch: Größere und empfindlichere Arten tauchten wieder am Grund der Nordsee auf. „ Doch als die Ölplattform abgesägt und die Fischerei wieder erlaubt war, verschwanden diese Arten rasch”, sagt Jens Heuers vom Alfred- Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Vielleicht entsteht um die geplanten Windkraftanlagen im Meer wieder ein solches Ökosystem, wie es vor Beginn der Fischerei wohl typisch für den Grund der Nordsee war. Denn dort dürfte die Fischerei verboten werden. Jens Heuers hat jedenfalls von der Bundesregierung den Auftrag, diese Entwicklung genau zu verfolgen.
Gefahren für die Tiefe
nicht nur in benachbarte Regionen, sondern auch in die Tiefe weichen Fischer aus, sobald sie ein Gebiet leergefangen haben. „ Das aber wirkt sich sehr rasch fatal aus”, sagt Rainer Froese von der Universität Kiel: Arten wie der Granatbarsch Hoplostethus atlanticus wachsen sehr langsam, da in der Kälte der Tiefsee die Stoffwechselvorgänge erheblich langsamer als in der Wärme ablaufen. Geschlechtsreif werden die Tiere erst mit 25 Jahren, erreichen dafür aber auch das biblische Alter von 150 Jahren. Normalerweise leben die Granatbarsche in Tiefen von mehr als 180 Metern. Nur zum Laichen sammeln sie sich an den Gipfeln von Unterwassergebirgen in 50 bis 200 Meter Tiefe. Diese Laichgründe kennen die Fischer genau und holen oft innerhalb von 20 Minuten 60 Tonnen des schmackhaften Granatbarsches aus dem Wasser. In den letzten zehn Jahren wurden die Bestände so stark dezimiert, dass Meeresbiologen daran zweifeln, ob sich die Art jemals wieder von diesem Aderlass erholt.
Roland Knauer




