Die beiden gestandenen Radio- und Fernsehjournalisten Göpfert und Göpfert haben auch dieses Jahr wieder vielen Wissenschaftlern ihre Tricks verraten. Petra Schrotz-King war als eine von zwölf Teilnehmern bei einer Schreibwerkstatt für Wissenschaftler in Heidelberg dabei und beschreibt ihre Eindrücke:
„In dem zweitägigen Seminar haben wir unter anderem gelernt, wie man aus langen Satzungetümen kurze, „knackige” Botschaften formuliert. Es war verblüffend zu sehen, wie schnell man anders zu schreiben lernt und wie man schneller auf den Punkt kommt – vereinfachend und doch nicht falsch! Nach dem Motto: Vergiss die überlangen Sätze mit Semikolons und vergiss die Wenns und Abers. Komm zur Sache und fasse dich kurz! Ein weiterer Ratschlag der Experten: Beobachte Kinder im Grundschulalter. Sie gebrauchen Sätze mit höchstens sieben Wörtern. Erstaunlicherweise können selbst viele Erwachsene kaum noch folgen, wenn Sätze nur ein paar Wörter länger sind.
Das war verwirrend und interessant zugleich. Haben wir uns jahrelang an Fachsprache gewöhnt, um dann auf das Sprachniveau von Achtjährigen zurückzukehren? Die Antwort lautet: Ja! Das war eine erfrischende Erfahrung! Der Leser wird dankbar sein und solche Artikel gerne lesen, anstatt sich überfordert dem nächsten zuzuwenden! Er will sich nicht plagen, sondern viele Informationen schnell verstehen.
Das Schreib-Coaching war sehr intensiv, weil in kleinen Gruppen gearbeitet wurde – mit individueller Betreuung, vielen Diskussionen und Alternativentwürfen. Lehrreich war auch das gegenseitige Interview: Wie erkläre ich einem Fachfremden, was ich mache, und wie erläutert er, was er verstanden hat. Ist es leichter, über das fremde Gebiet zu schreiben als über das eigene, wo man zwar alles weiß, aber zusammenfassend und kurz bleiben soll? Alle Texte wurden gemeinsam besprochen und nach Analyse und Kritik individuell verbessert. Dafür war Zeit genug und es gab viele Hinweise, die journalistischen Tipps in die Praxis der eigenen Schreibe umzusetzen. Dass Göpfert und Göpfert dabei sehr humorvoll waren, machte die Arbeit nur leichter. Fazit: Schreiben ist eine Kunst. Schön zu wissen, dass man sie lernen kann.” ■
von Petra Schrotz-King





