Seit fast zwei Jahren müssen Filme und Computerspiele mit einer großen Kennzeichnung versehen sein, für welches Alter sie geeignet sind. Diese sogenannte FSK-Angabe (Freiwillige Selbstkontrolle) der Produzenten soll Kinder und Jugendliche davon abhalten, Produkte zu erwerben, für die sie noch zu jung sind. Doch die gesetzlich vorgeschriebene beträchtliche Größe der FSK-Aufdrucke ist nur bedingt erfolgreich, wie Forscher um Sven Jöckel von der Universität Erfurt herausgefunden haben.
Sie hatten Jungen im Alter von 12 bis 13 Jahren Computerspiel- und Filmverpackungen mit großen und kleinen FSK-Kennzeichnungen gezeigt. Wie die Wissenschaftler feststellten, haben die großen Aufdrucke einen unerwünschten Effekt: Die Jugendlichen zeigten an groß gekennzeichneten DVDs ab 16 oder 18 Jahren besonders viel Interesse. Dieses Phänomen wird als „Forbidden-Fruit-Effekt” (verbotene Früchte) bezeichnet.
Ein weiteres Ergebnis war, dass sich die Eltern beim Kauf nicht nur nach der Altersangabe, sondern auch nach dem Inhalt des Mediums richten – mit dem Argument: Was für den einen 13-Jährigen ungeeignet ist, kann für den anderen aufgrund seines höheren Entwicklungsstands förderlich sein. Die Wissenschaftler halten es deshalb für sinnvoll, auf den Verpackungen explizit aufzuführen, welche Inhalte konkret zu der Alterseinstufung geführt haben.





