Eine Ventilsteuerung für Otto- und Dieselmotoren, bei der die Ventile der einzelnen Zylinder unabhängig voneinander geöffnet und geschlossen werden können, hat der Daimler-Benz-Forscher Ulrich Letsche gemeinsam mit Wissenschaftlern des Instituts für Werkzeugmaschinen und Betriebstechnik der Universität Karlsruhe entwickelt. Durch die neuartige Steuerungstechnik lassen sich rund zehn Prozent an Kraftstoff einsparen, die Abgasemissionen werden deutlich reduziert.
Grundlage der individuellen Ventilsteuerung ist eine freie Schwingung der Ventile – gleich dem Schwingen eines Uhrenpendels – zwischen zwei Druckfedern, die einzeln hydraulisch angesteuert werden. Ein Mikroprozessor sorgt dafür, daß dem Motor jeweils nur die tatsächlich benötigte Menge an Verbrennungsluft zugeführt wird.
Anders als mit einer herkömmlichen starren Nockenwelle kann so der Motorbetrieb stets der jeweils benötigten Leistung angepaßt werden. Wenn nicht die gesamte Motorleistung gebraucht wird, zum Beispiel im Stadtverkehr, lassen sich einige der Zylinder sogar ganz abschalten – zu verschiedenen Zeiten, um ein Auskühlen einzelner Zylinder zu verhindern. Die Folge: Verbrauch und Abgasausstoß sinken. Ist zum Überholen wieder die volle Leistung erforderlich, werden sämt-liche Ventile aktiviert.




