Männer, die mit HIV infiziert sind, können mit modernen Reproduktionsmethoden Vater werden, ohne dass ihre Kinder auch Aids haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie französischer Wissenschaftler um Juliette Guibert vom Hôpital Cochin in Paris. Das Team wandte bei 68 Paaren, bei denen der Mann das Aids-Virus in sich trug, die so genannte intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) an. Bei diesem Verfahren wird ein einzelnes Spermium direkt in eine Eizelle außerhalb des Mutterorganismus gebracht, die danach wieder in die Gebärmutter verpflanzt wird. Zuvor stellten die Forscher mit Hilfe einer Polymerasen-Kettenreaktion sicher, dass die DNA der Samenzelle keine HIV-Partikel enthielt. 25 Kinder wurden inzwischen geboren. Babys und Mütter wurden regelmäßig auf HIV untersucht: Sie waren alle gesund. Auch die Frauen, die nicht schwanger wurden, waren nicht infiziert. Guibert hofft, dass sich jetzt viele Paare mit HIV-infiziertem Mann ihren Kinderwunsch erfüllen können.
Hans Groth




