Die Vielzahl der „schweren” Elemente, die uns umgeben und auch unseren Körper bilden – unter anderem Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Phosphor und Eisen – sind physikalisch gesehen nuklearer Abfall: Asche der Kernreaktionen längst explodierter Sterne. Nur Wasserstoff, Helium und Spuren von Lithium und Beryllium sind bereits in den ersten drei Minuten des Urknalls entstanden. Tatsächlich machen Wasserstoff und Helium bis heute 75 beziehungsweise 24 Prozent der gewöhnlichen Masse im All aus. Doch in ihrer jungfräulichen Reinheit findet man sie gegenwärtig nirgends mehr. Überall sind die in früheren Sterngenerationen erbrüteten schweren Elemente zu finden, die heute einen Anteil von etwa 1 Prozent haben.
Doch nun entdeckte ein Astronomen-Team um Michele Fumagalli von der University of California in Santa Cruz zwei Gaswolken, die fast gar keine schweren Elemente beherbergen – höchstens ein Zehntausendstel des Anteils dieser Elemente in der Sonne. „Unsere Messmethode ist extrem empfindlich für Kohlenstoff, Sauerstoff und Silizium. Aber diese Elemente fehlen in den Spektren völlig”, sagt Fumagallis Kollege Xavier Prochaska vom Lick-Observatorium in Santa Cruz. Derartiges wurde nie zuvor beobachtet.
Die Spektren konnten die Forscher mithilfe zweier ferner Quasare aufnehmen – viele Milliarden Lichtjahre ferne Urgalaxien- Zentren, die sich hinter den neu entdeckten Gaswolken befinden. Die beiden Quasare heißen SDSS J113418.96+574204.6 und Q0956 + 122 und haben eine Rotverschiebung von 3,5 beziehungsweise 3,3. Die Wissenschaftler folgern: Die beiden Quasare haben sich nur zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren gebildet und sind somit uralt.




