Die Neandertaler konnten bereits vor mehr als 300000 Jahren sprechen, vermuten Anthropologen von der Duke Universität im amerikanischen Durham. Sie verglichen die Größe des “hypoglossalen Kanals” in Schädeln des modernen Menschen mit verschiedenen Urmenschen und Menschenaffen. Durch diese röhrenförmige Öffnung in der Schädelbasis führt ein Nerv, über den das Gehirn die Bewegungen der Zunge steuert.
Die Wissenschaftler stellten fest, daß der hypoglossale Kanal bei Neandertalern ähnlich groß war wie bei heutigen Menschen. Bei Affen ist er dagegen deutlich kleiner – ebenso wie bei den Urmenschen der Art Australopithecus, die vor rund zwei Millionen Jahren lebten. Nach Ansicht der amerikanischen Anthropologen ist ein großer hypoglossaler Nerv die Voraussetzung für eine differenzierte Sprache, die demnach auch die Neandertaler besessen haben könnten. Bisher hielten die Forscher die menschliche Sprache für nur etwa 40000 Jahre alt.
Ralf Butscher





