Die neue Sonderausstellung der Archäologischen Staatssammlung präsentiert das südenglische Stonehenge mit Blick auf seine Bedeutung für Mitteleuropa.
Außerdem wurden im Grab sogenannte Glockenbecher gefunden. Ihre charakteristische Form ist namensgebend für die Zeit der Glockenbecherkultur zwischen 2750 und 2200 v. Chr. Die Menschen waren damals schon über Hunderte, zum Teil Tausende Kilometer miteinander vernetzt. Dadurch verbreiteten sich nicht nur Rohstoffe wie Gold und Kupfer oder Waren in ganz Europa, sondern auch Ideen, Wissen und Rituale. „Die Ausstellung lädt dazu ein, Stonehenge nicht nur als britisches Monument, sondern als Teil einer europäischen Entwicklung zu verstehen“, sagt Schwarzberg.
Ursprünglich im nordamerikanischen Raum gezeigt, wurde die Ausstellung nun um neue Forschungsergebnisse erweitert. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Erkenntnisse von Mike Parker Pearson, Archäologe am University College London, der bis heute in der Ebene von Salisbury und Wales Ausgrabungen leitet. In der Archäologischen Staatssammlung sind während der Ausstellung rund 600 Originale zu sehen, die einen Zeitraum von rund 1.500 Jahren abdecken.
Die Besuchenden werden mitgenommen auf eine Reise bis hin zu den Anfängen von Stonehenge. In einem Rundgang wird die weitere Entwicklung präsentiert. Im Kreis angeordnete Vitrinen inszenieren Stonehenge räumlich. Eine lebensgroße Szene zeigt Menschen beim Aufstellen von riesigen Steinen. „Unser Ziel ist es, Stonehenge lebendig zu machen und unterhaltsam zu vermitteln, dass es aus kulturellen Traditionen heraus entstanden ist“, sagt Schwarzberg. Diverse Medienstationen laden dazu ein, sich von Naturwissenschaftlerinnen und Archäologen erklären zu lassen, wie sie Knochen mittels aDNA-Analysen und Strontium-Isotopie untersuchen und ihre Schlüsse daraus ziehen.
Kinder werden von Parker Pearson als Comicfigur durch die Ausstellung geführt. Manche Exponate dürfen ausdrücklich angefasst werden. Interessierte können an bestimmten Tagen mit Bauklötzen ihr eigenes Stonehenge bauen. Und wer sein Wissen unter Beweis stellen möchte, kommt zum Pub Quiz auf die Dachterrasse am Englischen Garten. Bei gutem Wetter sollen zur Wintersonnenwende am 21. Dezember dort oben Gestirne beobachtet werden. Über den Ausstellungszeitraum vom 18. September 2026 bis 29. August 2027 werden darüber hinaus zahlreiche Fachvorträge angeboten. ■





