Im Osten von New Mexico liegt eine weite Ebene, die mit der Sahara zu vergleichen ist. Viele Tagereisen weit sind kein Baum und kein Strauch zu finden, und nirgendwo sprudelt eine Quelle. Nur Kakteen fristen ihr karges Leben und bilden Felder von ungeheurem Umfang. Tritt sich ein Pferd einen Kaktusstachel in den Huf, ist es unrettbar verloren. Es fällt den Geiern zur Beute, die hoch oben in der glühenden Luft ihre Kreise ziehen. Aber auch in anderer Beziehung ist diese Wüste gefährlich. Da nämlich kein Baum als Wegweiser dienen kann, hat man die Wege, die durch sie führen, mit langen, kahlen Stangen markiert. Daher trägt die Wüste den Namen Llano Estacado, was „abgesteckte Wüste” heißt. Leider gibt es dort allerlei Gesindel, das diese Pfähle herausreißt und sie in falscher Richtung neu steckt. Wer ihnen folgt, gerät immer tiefer in die Einöde und muss elend verhungern und verdursten. „In dieser Wüste”, berichtet Old Shatterhand, „ wollte ich mich mit meinem roten Bruder Winnetou am Abend vor der nächsten Vollmondnacht treffen, um mit ihm gemeinsam zu den Mescalero-Apachen zu reiten. Winnetou hatte sein Lager im äußersten Nordostzipfel des Llano Estacado aufgeschlagen, wo er an den Canadian River, einen Nebenfluss des Arkansas, und an das große Grasland grenzt. Es dämmerte bereits, als ich mich Winnetous Lager bis auf etwa zehn Meilen genähert hatte und eine kurze Rast am Devil’s Finger machte, einem schmalen, hoch aufragenden Felsen. Mein treuer Rappe Hatatitla hatte mich den ganzen Tag über sicher und schnell durch die gefährliche Wüste getragen. Nun aber war er hungrig und durstig. Darum wollte ich erst zum nahen Grasland reiten, damit Hatatitla sich satt fressen konnte, und danach zum Canadian River, um ihn zu tränken. Erst anschließend wollte ich das letzte Stück bis zu Winnetous Lager zurücklegen. Es war schon spät und ich durfte keine Zeit verlieren. Deshalb fragte ich mich, wie ich vom Devil’s Finger auf dem kürzesten Weg über das Grasland und den Fluss zu Winnetou käme. Ich hatte zwar eine Landkarte des Llano Estacado in meiner Satteltasche, auf der ich auch genau meinen und Winnetous Standort ausmachen konnte, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich den kürzesten Weg bestimmen sollte. Darum ritt ich vermutlich einen wesentlich längeren Weg, als notwendig gewesen wäre.” Sind Sie schlauer als Old Shatterhand? Wie lang ist sein kürzester Gesamtweg, der vom Devil’s Finger zum Grasland, dann weiter zum Fluss und schließlich zu Winnetous Lager führt? Ein Tipp: Die Quadrate des Rasters seiner Landkarte haben jeweils eine Seitenlänge von einer Meile.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. Dezember 2008 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 12|08″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im März-Heft 2009 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist das Monokular MiniQuick 5 x 10 T* von Zeiss in einer Weichledertasche. Es hat eine fünffache Vergrößerung, ist extrem leicht (23 Gramm), kompakt (nur 11,3 Zentimeter lang), spritzwasserdicht und lässt sich wie ein Füllfederhalter problemlos überallhin mitnehmen. Mehr unter: www.zeiss.de. Buchpreis ist „1000 Tage, die die Welt bewegten”. Lothar Berndorff, Tobias Friedrich und weitere Autoren haben in 1000 kurzen Artikeln eindrucksvolle Episoden der Menschheitsgeschichte gebündelt. Themen sind zum Beispiel die Erfindung des Buchs, der Schwarze Freitag (der ein Donnerstag war), aber auch Woodstock und die Öffnung des Panama-Kanals – ein unterhaltsamer Parforceritt durch spannende Geschichten über legendäre Taten und verschollene Momenten. Mehr unter: www.moewig.de




