Ökologie
Nicht die wachsende Weltbevölkerung allein gefährdet die Umwelt, sondern vor allem der Trend zu immer kleineren Haushalten und zur Kleinfamilie. Das ist das Ergebnis einer Studie amerikanischer Wissenschaftler der Michigan State University in East Lansing um Jianguo Liu. Der Ökologe hat das Bevölkerungswachstum, die Veränderung der Haushaltsgröße und die Artenvielfalt zwischen 1985 und 2000 in 141 Ländern verglichen. Ergebnis: Die Zahl der Haushalte hat überall zugenommen, weil diese immer kleiner wurden. In Deutschland etwa wuchs die Bevölkerung in den alten Bundesländern im Zeitraum der Studie um 0,4 Prozent, die Haushalte nahmen jedoch um fast 0,8 Prozent zu. Dabei lebten 1985 noch durchschnittlich 2,3 Personen in einem Haushalt, 2000 waren es nur noch 2,1. Liu: „Dieser Trend wird anhalten. Die wachsende Zahl der Haushalte führt aber zu einem höheren Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser, Energie und damit zur Vernichtung natürlicher Ressourcen.” In 76 der untersuchten Länder, in denen die Zahl der Haushalte besonders stark angestiegen ist – um insgesamt 155 Millionen –, sind deshalb viele Tier- und Pflanzenarten bedroht. Betroffen sind unter anderem Italien, Australien, die USA, Brasilien und China. So wurde im chinesischen Wolong-Naturreservat bereits so viel Bauholz geschlagen, dass der Lebensraum der Riesen-Pandas verloren gegangen ist.
Hans Groth




