Weltweit forschen Wissenschaftler an Robotern, die im Team knifflige Aufgaben bewältigen sollen. Als Vorbild dient die Natur, wo etwa Ameisen, Bienen und Fische in Schwärmen eine erstaunliche kollektive Intelligenz entwickeln – obwohl jedes einzelne Tier nur über beschränkte kognitive Fähigkeiten verfügt. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund haben dieses Prinzip nun für den Einsatz in Warenlagern nutzbar gemacht: durch Transportroboter, von denen künftig Dutzende oder Hunderte in Fabriken oder Lagerhallen selbstständig agieren sollen. Ziel ist es, mithilfe der autonom tätigen Roboterschwärme das Befördern von Werkstoffen und Waren zu optimieren und zu beschleunigen. In einer 1000 Quadratmeter großen Halle am IML stellen 50 rollende Roboter ihr Können schon jetzt unter Beweis.
Dort haben die Fraunhofer-Forscher ein Regallager nachgebaut, das 600 Ladungsträger für Kleinteile und 8 Stationen für deren Kommissionierung umfasst. Zu den Aufgaben der „Multishuttle Moves” gehört es, angeforderte Teile selbsttätig aus den Regalen zu holen und an die Stationen zu liefern. Dazu müssen die Roboter stets wissen, wer welchen Auftrag zu erledigen hat und was wohin zu befördern ist. Jedes der autonomen Gefährte ist mit einer intelligenten Steuerung versehen, und eine Software hilft, die Aktionen im Schwarm optimal zu koordinieren.
Das Programm verwendet mathematische Algorithmen, die das Verhalten von Ameisen imitieren, etwa bei der gemeinsamen Futtersuche: Erhält der Roboterschwarm einen Auftrag, so teilt das ein Software-Agent den 50 Transportern mit. Per Funk nehmen diese dann Kontakt untereinander auf und klären, wer die Fuhre übernimmt, damit der Auftrag möglichst schnell erledigt wird.
Um ihre Position zu lokalisieren und sich zielgerichtet zu bewegen, nutzen die Roboter Sensoren zur Abstands- und Beschleunigungsmessung sowie Radarantennen und Laserscanner. Diese helfen auch, Zusammenstöße der emsigen Lagerhelfer mit anderen Mitgliedern des Schwarms zu vermeiden.
Redaktion: Hans Groth, nachrichten@bild-der-wissenschaft.de




