Eine der wenigen Hirnregionen, die bei Mäusemännchen anders aussehen als bei Mäuseweibchen ist der „sexuell dimorphe Kern des präoptischen Areals”. Hier wird Testosteron in Östradiol umgewandelt. Dieses Hormon fördert die Bildung des Enzyms Zyklooxigenase 2, abgekürzt COX-2. Es hilft wiederum das Prostaglandin E2 zu bilden, ein Gewebshormon. Im Gegensatz zu normalen Hormonen wandern Gewebshormone nicht mit dem Blut, sondern wirken lokal. Im Rattenhirn sorgt E2 für mehr kleine Ausstülpungen (dendritische Dornfortsätze) an den Nerven des präoptischen Kerngebiets, die so für die Signale anderer Nerven empfindlicher werden. Gleichzeitig wird männliches Sexualverhalten (Aufreiten) angestoßen. Blockiert man COX-2 (Kreuz, oben), gibt es nur spärliche Fortsätze auf den Dendriten, und das Aufreit-Verhalten bleibt aus.





