Eine neuartige Orientierungshilfe für blinde und sehgeschädigte Menschen hat der Designer Georg Allmendinger an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart entwickelt. Der “Visor” wird als Riemen auf der Stirn getragen und sendet in kurzen Abständen Ultraschallsignale aus. An Hindernissen reflektierte Echos werden von eingebauten Empfängern registriert, ein Mikroprozessor errechnet daraus die genaue Position der Gegenstände. Kleine Kunststoffstifte tippen die Meldungen mit leichtem Druck auf die Stirn. Eine horizontale Anordnung mehrerer Stifte erlaubt es, dem Blinden die Richtung eines Hindernisses mitzuteilen. Durch eine variable Taktfrequenz der Signale wird die Entfernung zu dem Objekt angezeigt. Die Meldungen lassen sich auch akustisch wiedergeben.
Der Visor soll als Ergänzung zu einem Langstock dienen und sehgeschädigten Menschen ermöglichen, sich weitgehend auf Geräusche in ihrer Umgebung zu konzentrieren. Ein erstes Labormodell wird derzeit am Institut für Neurologie der Universität Freiburg getestet.
Ralf Butscher




