Süßwasserschnecken können den größten Teil ihres Blutes ausstoßen, um sich tief genug in ihr Schneckenhaus zurückzuziehen, wenn ein Freßfeind an ihnen nagen will. Durch diesen Blutverlust können die Schnekken ihr Volumen nämlich bis zu 40 Prozent reduzieren.
Mark Rigby von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich hat nun den Preis dieser Überlebensstrategie erforscht. Spitzschlammschnecken, die im Laborexperiment täglich attackiert wurden, hatten nach zwei Wochen ein Drittel ihrer Fettreserven aufgebraucht, um ihr Blut nach den Angriffen wieder zu ersetzen. Die malträtierten Tiere legten weniger als zehn Eier pro Tag – gerade noch ein Viertel so viele wie Schnecken im Kontrollversuch, die in Frieden lebten oder nur einmal wöchentlich gepiesackt wurden.
Meeresschnecken, die Freßfeinden viel häufiger ausgesetzt sind, haben dickere Schalen und ein Operculum entwickelt – eine harte “Türe”, mit der sie ihr Haus einfach hinter sich verschließen.
Rüdiger Vaas




