Vor exotischen Viren, die aus den Tropen nach Deutschland vordringen, warnt die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin (DGIM). Genau wie in Holland sind auch hierzulande bereits die Überträger des Krim-Kongo-Fiebers beobachtet worden: die Schildzecken Hyalomma und Rhipicephalus sowie die braune Hundezecke. Die Experten befürchten deshalb, dass die Krankheit aus Südosteuropa, wo sie schon vorkommt, eingeschleppt werden könnte. Das Krim-Kongo-Fieber geht mit inneren Blutungen einher. Eine Impfung gibt es bisher nicht, und in Bulgarien liegt die Sterberate bei 18 Prozent.
Gefahr droht auch durch die Erreger des Pappataci- sowie des Westnil- Fiebers – und des Chikungunya-Fiebers, das unter anderem zu Muskelschmerzen und Hautausschlägen führt. Bereits 2007 kam es in der italienischen Region Emilia Romagna zu 205 Erkrankungen. Der Überträger, die asiatische Tigermücke, ist in den Mittelmeerländern heimisch geworden und könnte mit Autos oder in Zügen in entferntere Regionen gelangen.
„Die Zahl der neuen Virus-Erkrankungen in Deutschland ist zwar noch gering”, sagt DGIM-Generalsekretär Ulrich R. Fölsch. „Doch das kann sich durch die Klimaerwärmung, den wachsenden Reiseverkehr und den zunehmenden internationalen Warentransport rasch ändern.”




