Eine raffinierte Methode von drei Milben-Arten, ihr Überleben zu sichern, haben die österreichischen Wissenschaftler Ernst Ebermann und Manfred Hall von der Universität Graz beobachtet. Die Zoologen erforschten das Verhalten der Milben Imparipes apicola, I. breganti und I. haeseleri. Alle drei Arten ernähren sich jeweils nur von einem bestimmten Pilz. Um immer über ihre Leibspeise verfügen zu können, nehmen die befruchteten Weibchen der 0,2 Millimeter großen Achtbeiner die Sporen der Pilze zunächst in ihren Genitaltrakt auf. Nun müssen sie sie an einen Ort transportieren, wo die Pilze gut gedeihen – Erdnester von Wildbienen oder Nester von Grabwespen in Holz. Um dorthin zu gelangen, klammern sich die Milben am Körper solcher Bienen oder Wespen fest und fliegen einfach mit. Dazu besitzen die blinden Passagiere extra eine vergrößerte Kralle am vorderen Beinpaar. „ Ein solches Verhalten war für uns neu”, sagt Ebermann. Und sein Kollege Hall fügt hinzu: „Unter den mehr als 45 000 beschriebenen Milbenspezies gibt es das nur bei diesen drei Arten.”




