Immer wieder wird berichtet, dass schwer kranke Patienten gegen alle Prognosen der Ärzte den Zeitpunkt ihres Todes hinausgezögert hätten, um noch einem großen Ereignis beiwohnen zu können. Angehörige und Betreuer sind oft davon überzeugt, dass ein Todgeweihter mit seinem Ableben noch so lange gewartet hat, bis eine Hochzeit, ein Geburtstag oder ein anderes für den Patienten wichtiges Ereignis vorüber war, um kurz danach zu sterben. Als Ursache stand die starke Willenskraft mancher Menschen in Verdacht und ein unbekannter psychosomatischer Mechanismus.
US-Forscher der Ohio State University in Columbus haben jetzt erstmals in einer groß angelegten Studie mit Krebspatienten widerlegt, dass es ihnen möglich war, ihren Todeszeitpunkt zu beeinflussen. Die Mediziner um Donn C. Young haben für ihre Untersuchung über einen Zeitraum von zwölf Jahren die Daten von über 300 000 Menschen analysiert, die einem Krebsleiden erlegen waren. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass es keinen signifikanten Unterschied bei der Verteilung der Todesfälle in der Woche vor oder nach einem großen religiösen, sozialen oder persönlichen Ereignis für die Betroffenen gab. Vielmehr starben einige schwer krebskranke Frauen sogar in der Woche vor ihrem Geburtstag.




