Geophysiker schauen mit ihren Messungen tief in den Boden hinein. Sie geben den Altertumsforschern damit Kenntnisse über ein archäologisches Denkmal, ohne dass es ausgegraben werden muss. Die Geophysik nutzt für ihre Spurensuche Eigenschaften des Bodens, die durch menschliche Eingriffe verändert werden:
• Die Geoelektrik misst den elektrischen Widerstand des Bodens. Der ist bei einer verborgenen antiken Steinmauer höher als im umliegenden Acker. Römische Villen zeichnen sich derart exakt auf den Messbildern ab, dass Bauplan und Funktion der einzelnen Räume oft schon ohne Ausgrabung erkennbar sind.
• Die Geomagnetik misst die Konzentration der Eisenoxide im Boden. Verfüllte Gruben, Brandstellen, Pfostenlöcher, aber auch Mauern aus luftgetrockneten Lehmziegeln sind Störungen des Erdmagnetfeldes. Sie setzen sich im digitalen Messbild mehr oder minder deutlich von der Umgebung ab.
• Radarmessungen dringen tief in den Boden ein und liefern im Gegensatz zu den beiden anderen Methoden dreidimensionale Bilder. Radar ist jedoch nur bei Steinarchitektur einsetzbar – die Gräben der Kreisanlagen wären nicht zu sehen.
Dr. Helmut Becker hat am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege diese Methoden maßgeblich weiterentwickelt.
Michael Zick




