Der Mess-Weltmeister
Für Thomas Chudoba ist es eine Frage der richtigen Beschichtung, ob Brillengläser in jeder Situation vor Kratzern geschützt sind, und ob Messer selbst nach jahrelangem Gebrauch noch schneiden wie am ersten Tag. „Ultradünne funktionale Schichten mit besonderen mechanischen Eigenschaften können empfindliche Oberflächen vor Kratzern und Verschleiß schützen”, sagt Chudoba. Bis vor kurzem war es allerdings schwierig, optimierte Schichtsysteme herzustellen. Die Messverfahren waren zu ungenau und für Schichtdicken unter 200 Nanometern (Millionstel Millimeter) ungeeignet.
Das wollte Chudoba ändern. Als Spezialist für die Messung von mechanischen Oberflächeneigenschaften wurde der frisch promovierte Physiker 1997 vom Forschungszentrum Rossendorf in Dresden an die Technische Universität nach Chemnitz geholt. Fünf Jahre später sorgte Chudoba dort mit einem Weltrekord im Messen von Nanoschichten für Aufsehen. Ihm glückte die Bestimmung von Elastizitätsmodulen an einer nur 4,3 Nanometer dünnen Schicht. Diesen Erfolg verdankt der Physiker dem ausgeklügelten Messverfahren, das er mit seinem Kollegen Norbert Schwarzer entwickelt hatte.
„Viele Unternehmen und Institute waren an dem neuen Verfahren interessiert, also wagte ich den Schritt in die Selbständigkeit”, sagt der 43-jährige Existenzgründer stolz. Im Februar 2002 gründete Chudoba das Unternehmen ASMEC, um der Entwicklung von widerstandsfähigen Beschichtungen auf die Sprünge zu helfen. Heute lassen das Kompetenzzentrum für Nanotechnologie in Dresden sowie andere Institute und Unternehmen aus dem In- und Ausland ihre Schichtsysteme von ASMEC messen und optimieren.
Hans Groth





