Mit Hilfe eines Elektronenmikroskops gelang es Barbara A. Maher von der University of East Anglia im britischen Norwich, winzige Ferromagnete in zwei Termitenarten aufzuspüren. Sie sind nur zehn millionstel Millimeter groß und bestehen aus einer Eisenoxidverbindung. Wahrscheinlich handelt es sich um Magnetit, aber das müssen künftige Untersuchungen noch zeigen. Die Ferromagnete werden im Körper der Insekten hergestellt (Biomineralisation) und befinden sich vor allem in Brust und Hinterleib. Die Ferromagnete spielen wohl eine entscheidende Rolle bei der Orientierung in Magnetfeldern – eine Sinnesleistung, zu der Termiten fähig sind, wie bereits vor zehn Jahren experimentell nachgewiesen wurde. Ähnliche Ferromagnete sind in Bakterien, Algen, Bienen, Schmetterlingen, Fischen, Vögeln und sogar Säugetieren entdeckt worden, auch beim Menschen. Ob wir allerdings auch einen Magnetsinn besitzen, ist unbekannt.
Rüdiger Vaas




