Teddy-krankenhäuser
Medizinstudenten im norwegischen Trondheim hatten als Erste die Idee, Kindern die Abläufe im Krankenhaus besser zu erklären, indem sie deren Teddybären mitbehandeln. Die Stofftiere werden abgehört, abgetastet und bekommen einen Verband. So lernen Kinder spielerisch, was im Krankenhaus passiert, bevor sie selbst zu Patienten werden.
Außerdem können sich die angehenden Mediziner dabei im Umgang mit Kindern üben, eine kindgerechte Sprache entwickeln und lernen, typische Reaktionen von Kindern richtig einzuschätzen. Das erleichtert ihnen den späteren Kontakt. Die Idee wurde bereits an mehreren deutschen Universitätskliniken aufgegriffen und findet auch in Großbritannien und in Portugal zunehmend Verbreitung.
Lesestoff fürs Herz
Der Bundesverband Herzkranke Kinder (BVHK) hat ein Kinderbuch herausge-bracht, das herzkranke Kinder auf den Klinikaufenthalt und eine Operation vorbereiten soll: Kobold Mutz begleitet sie Schritt für Schritt durch die Klinik von den Voruntersuchungen bis zur OP. Am Ende des Buchs gibt es eine „Tapferkeitsurkunde” .
Das sensibel geschriebene Buch erklärt Vorgänge im Krankenhaus in einer für Kinder gut verständlichen Sprache und wirkt so diffusen Ängsten entgegen. Das Buch wird über Kliniken und niedergelassene Kinderkardiologen gratis verteilt. Eltern können es auch direkt beim Verband anfordern – Internet-Adresse: www.bvhk.de.
Vernetzte Kinderwelt
Der Computer kann Kindern das Leben im Krankenhaus erleichtern. Etliche Kliniken stellen Notebooks mit kindgerechten Programmen zur Verfügung, mit denen ältere Kinder chatten, mailen und spielen können. „Gerade chronisch kranken Kindern, die sehr lange in der Klinik sind, gibt das die Möglichkeit, den Anschluss an Freundeskreis und Schule nicht zu verlieren”, sagt Martin Schrappe, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie an der Kieler Universitätsklinik. Das Krankenhaus ist – wie 30 weitere Kliniken in Deutschland und Österreich – an das Projekt „ Vernetzte Welt für Kinder” angeschlossen. Nach der Entlassung dürfen die kleinen Patienten ihr Passwort mitnehmen, um die neuen Kontakte aufrechtzuerhalten.
Die Internetseite www.medizity.de der Heidelberger Uniklinik richtet sich an kranke genau wie an gesunde Kinder und Jugendliche. Sie lernen dort viel über Krankheiten, medizinische Geräte, Untersuchungen und den Alltag im Krankenhaus, um Ängste abzubauen. Jedes Angebot ist mit einer passenden Altersempfehlung versehen. Geschichten, interaktive Spiele und Wissenstests verkürzen die Zeit im Krankenhaus, Links zu den Seiten anderer Kinder schaffen Kontakte. 80 000 Zugriffe im Monat zeigen, dass die Seite intensiv genutzt wird.




