Tauben auf der Autobahn
Obwohl sie mit ihrem Magnetsinn über ein sehr effektives Orientierungssystem verfügen, machen Brieftauben es sich gerne leicht. Wenn sie eine Gegend halbwegs kennen, entscheiden sie sich manchmal nicht für den kürzesten Luftweg, sondern orientieren sich an Autobahnen oder Schienen, selbst wenn das für sie Umwege bedeutet.
Landkarte im Kopf
Ein sensationelles Gedächtnis hat der in Nord- und Mittelamerika lebende Kiefernhäher. Jedes Jahr versteckt er bis zu 300 000 Samen, die er selbst nach einem halben Jahr wiederfindet. Dabei nutzt er Landmarken zur Orientierung.
Tiefe Töne tragen weit
Wenn Elefanten für den Menschen unhörbar tief grummeln, unterhalten sie sich mit Artgenossen. Weil die tiefen Infraschall-Töne weit tragen, können die Dickhäuter mit ihnen über viele Kilometer kommunizieren und ihre Gruppe wiederfinden. Auch Tauben können Infraschall hören.
Ein Konzert gibt die Richtung an
Rifffische verbringen ihre Jugend meist im freien Meer, weit weg vom Riff, in dem viele Gefahren lauern. Den Weg zurück weisen ihnen die Daheimgebliebenen. Denn sie veranstalten mithilfe ihrer Schwimmblase nachts fantastische Konzerte, um miteinander zu kommunizieren und Feinde abzuschrecken. Der Radau leitet auch den Nachwuchs nach Hause.
Augen für jedes Lebensalter
Die Augen der Tiefsee-Krabbe Bythograea thermydron machen eine erstaunliche Metamorphose durch. Die mikroskopisch kleinen Larven der Krabben, die mit dem Plankton im Oberflächenwasser der Ozeane driften, haben Komplexaugen wie Insekten. In ihrer Jugend sinken die Krabben in größere Meerestiefen, wobei sich die Empfindlichkeit ihrer Sehpigmente zu Blaugrün verschiebt. Sind die Krabben an ihrem Ziel angekommen – heißen Schloten in rund 1000 Meter Tiefe –, wandeln sich ihre Augen zu zwei Netzhäuten ohne Linsen um. Die Tiere können zwar noch Helligkeit wahrnehmen, doch nicht mehr scharf sehen, was sie dort unten aber auch nicht brauchen.




