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Taktvolles Miteinander
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Taktvolles Miteinander

Eine Ameise beugt sich über eine Wiesenknopf-Ameisenbläuling-Raupe, als würde sie sich um sie kümmern. Tatsächlich gibt es einige Schmetterlingsarten, deren Raupen auf die Unterstützung von Ameisen angewiesen sind. Dabei spielen Vibrationsrhythmen eine wichtige Rolle.
Autor
Carlotta Seidel
26. Februar 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Allgemein
Eine Ameise beugt sich über eine Raupe
Eine Raupe des hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Phengaris teleius) wird von ihrer Wirtsameise Myrmica scabrinodis versorgt. © Daniel Sanchez

Ameisen und Raupen haben eine besondere Verbindung. Die Ameisen tragen Babyraupen mancher Schmetterlingsarten in ihr Nest, schützen sie vor Gefahren oder füttern sie sogar. Sie behandeln sie wie Mitglieder der Kolonie. Dafür geben die Raupen ein zuckriges Sekret ab und passen sich an die Ameisenkolonie an. Sie ahmen die Ameisen visuell, chemisch, verhaltensbezogen oder auch akustisch nach.

Vibrationssignale sind bei Insekten weit verbreitet. Auch Ameisen nutzen diese zur Kommunikation. Eine Forschungsgruppe an der University of Warwick hat die rhythmischen Signale nun genauer untersucht. Die Forschenden haben dafür zwei Ameisen- und neun Schmetterlingsarten betrachtet, deren Raupen unterschiedlich stark auf Ameisen angewiesen sind. Untersucht haben sie unter anderem das Tempo der Signale und die Regelmäßigkeit der Muster.

Die Ergebnisse zeigen, dass bei den Raupen, die eine besonders starke Verbindung zu Ameisen haben, regelmäßigere und komplexere Rhythmen auftreten. Somit ähneln die Vibrationssignale denen der Ameisen. Zudem gibt es zwei Schlüsselrhythmen, die sich Ameisen und stark von Ameisen abhängige Raupen teilen: ein gleichmäßiger Puls und ein komplizierteres Muster, in dem sich lange und kurze Intervalle abwechseln. Bei Raupen, die eine schwächere Verbindung zu Ameisen haben, konnte diese Kombination nicht beobachtet werden. Das deutet darauf hin, dass die jeweiligen Arten durch die enge Verbindung ein gemeinsames Rhythmusmuster entwickelt haben.

Rhythmus ist nicht nur Menschen oder anderen Tieren mit großen Gehirnen vorbehalten, sondern spielt auch bei Insekten eine große Rolle. Das weist darauf hin, dass es sich dabei um ein grundlegendes Merkmal von Kommunikation handelt.

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