bild der wissenschaft: Wo sehen Sie den wichtigsten Einsatzbereich der Powerline-Technologie?
PreuSS: Eindeutig im Internetzugang, zusammen mit der Telefonie. Hier denken wir nicht nur an den deutschen Markt, sondern auch an den Vertrieb der Technologie in den Schwellenländern, wo in vielen Gebieten noch kein Telefon-, sehr wohl aber ein Stromnetz existiert. So testet RWE Powerline zur Zeit den Einsatz der Technik in Südbrasilien.
bdw: Welches Potential besitzt die Technologie im
Bereich der Haussteuerung?
PreuSS: Die automatische Steuerung von Licht, Heizung, Jalousien und elektrischen Geräten wird immer wichtiger, und der Markt in Deutschland dürfte in den nächsten Jahren stark wachsen. Der Vorteil: Praktisch alle Anwendungen benötigen einen Stromanschluß. Somit liegt das notwendige Kabel bereits, wenn Powerline hier eingesetzt wird.
bdw: Welche Weiterentwicklungen sind bei Powerline zu erwarten, um mit dem wachsenden Datenstrom übers Internet Schritt halten zu können?
PreuSS: Unser Systemlieferant Ascom testet zur Zeit Geräte mit einer Übertragungsrate von bis zu 10 Megabit pro Sekunde – viermal mehr als heute. Sie sollen im nächsten Jahr auf den Markt kommen.
bdw: Wie wird die Sicherheit der Datenübertragung über das Stromkabel gewährleistet?
PreuSS: Die Daten werden mit einem 128 Kilobit-Verfahren verschlüsselt. Der Sicherheitsstandard ist damit höher als zum Beispiel bei einem Handy.
bdw: Wie wird das Powerline-Netz gegen Störungen von außen geschützt, zum Beispiel durch das Ein- und Ausschalten elektrischer Geräte?
PreuSS: Das von Ascom entwickelte Übertragungsverfahren ist sehr robust. Störungen durch andere elektrische Geräte gibt es kaum. Treten solche Störungen dennoch auf, werden die Fehler durch ein technisches Verfahren sofort korrigiert.
Ralf Butscher




