
„Chile und insbesondere Paranal sind ein ganz besonderer Ort für die Astronomie – der dunkle Himmel ist ein Naturerbe, das über die Landesgrenzen ausstrahlt und der gesamten Menschheit zugutekommt“, sagt Itziar de Gregorio, Vertreterin der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile. Das Paranal-Observatorium untersucht wichtige grundlegende Fragen wie den Ursprung und die Entwicklung des Universums, die Suche nach außerirdischem Leben und die Bewohnbarkeit anderer Planeten. Zu diesem Zweck ist das Observatorium mit umfangreicher Technik ausgestattet. Dazu zählen die im Hintergrund erkennbaren vier Hauptteleskope (UTs) mit 8,2 Meter großen Spiegeln, die zusammen das sogenannte Very Large Telescope (VLT) bilden. Hinzu kommen vier kleinere Teleskope, die Auxiliary Telescopes (ATs) mit 1,8 Meter großen Spiegeln.
Doch dem einzigartigen Observatorium droht Gefahr. Nur wenige Kilometer entfernt ist ein 3000 Hektar großer Industriekomplex geplant. Er soll eine Wasser- und Ammoniakproduktion mit eigenem Hafen und tausenden Stromspeichern beherbergen. Das Mega-Projekt, AES Andes, stellt ein erhebliches Risiko für die Forschungen der ESO dar. „Staubemissionen während des Baus, erhöhte atmosphärische Turbulenzen und insbesondere Lichtverschmutzung werden die Möglichkeiten für astronomische Beobachtungen irreparabel beeinträchtigen “, sagt ESO-Generaldirektor Xavier Barcons. Nur eine Verschiebung des Industrieprojekts würde die Zukunft der Astronomie am Paranal sichern und gleichzeitig einen der letzten wirklich unberührten Himmel der Erde bewahren.




