Der weltberühmteste physiker hat seit 1965 an über 150 wissenschaftlichen Veröffentlichungen in Zeitschriften mitgewirkt, die im Science Citation Index gelistet sind. Sie erreichen zusammen über 19 500 Zitate. Das entspricht einer Zitationsrate von etwa 128 Zitaten pro Artikel.
Dieses Ergebnis steht außerhalb eines jeden Vergleichs und übertrifft Einrichtungen und Einzelwissenschaftler bei Weitem. Selbst im Zeitraum 2001 bis 2005, der identisch mit dem Institutsvergleich deutscher Einrichtungen ist, kommt Hawking auf eine Zitationsrate von 17 Zitaten pro Artikel, und das, obwohl seine aktivste Zeit bereits vorüber sein dürfte. Diese lag zwischen 1971 und 1999.
Seine erfolgreichste Einzelveröffentlichung ist aus dem Jahr 1975 und wurde bis heute über 2400-mal zitiert. Darin beschäftigt sich Hawking mit Partikeln in Schwarzen Löchern, einem Schwerpunkt seines Interesses. Viele weitere seiner Veröffentlichungen haben jeweils mehrere Hundert Zitate erzielt. Die Anerkennung, die Hawking in der Öffentlichkeit genießt, beruht mit Sicherheit nicht nur auf seinen publizierten Ergebnissen, sondern auch auf seinem populärwissenschaftlichem Erfolg.
Die weltweite Bekanntheit des 64-Jährigen kann mit ein Grund sein, seine wissenschaftlichen Arbeiten bevorzugt zu zitieren, um so zu versuchen, den Erfolg ein Stück weit auf sich selbst zu übertragen. Über 40 seiner Veröffentlichungen publizierte Hawking in der Zeitschrift Physical Review. Im Schnitt hat er seit 1965 etwa alle drei Monate in einer Zeitschrift des Science Citation Index publiziert.
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Prof. Dr. Reinhard Genzel ist geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik in Garching. Im Zeitraum 2001 bis 2005 ist er mit 58 Publikationen im Science Citation Index verzeichnet, und seine Veröffentlichungen wurden 1379-mal von anderen Forschern zitiert.
bild der wissenschaft: Sie haben maßgeblich zur Erforschung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße beigetragen. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
GENZEL: Es ist eine Mischung: Die fantastischen Bedingungen in der Max-Planck-Gesellschaft, ein tolles Team junger Leute, die gelungene Kombination von experimentellen Arbeiten mit einem wichtigen, auch international zentralen Forschungsthema, die leistungsfähige Technik der Europäischen Südsternwarte – und Glück: Das Galaktische Zentrum lieferte Daten, die wir in dieser Klarheit und Eleganz nicht erwartet haben.
bdw: Wie gut ist die Beweislage für die Existenz eines supermassereichen Schwarzen Lochs im Milchstraßenzentrum?
GENZEL: Sie ist hervorragend. Eine Massekonzentration vom Volumen unseres Sonnensystems kann kaum etwas anderes sein. Aber unsere Sternbeobachtungen haben eine Grenze. Und die Allgemeine Relativitätstheorie, die Grundlage unserer Dateninterpretation, könnte falsch sein. Deshalb wollen wir das Galaktische Zentrum noch detaillierter beobachten und damit auch die Relati-vitätstheorie überprüfen.
bdw: Sie liefern sich mit Ihren amerikanischen Kollegen von der University of California geradezu ein Wettrennen um neue Erkenntnisse.
GENZEL: Außer um das Jahr 2000 hatten wir die Nase aufgrund unserer besseren Instrumente immer vorn. Doch das Wettrennen wurde zu sehr betont, besonders in den USA. Wir sind froh, dass es die zweite Gruppe gibt, weil das eine Überprüfung der Ergebnisse erlaubt – für uns und für unabhängige Forscher. Die Daten stimmen gut überein.
bdw: Viele Jahre lang war es völlig unklar, warum ein so massereiches Schwarzes Loch in einer so gasreichen Umgebung so wenig Energie abgeben sollte.
GENZEL: Gemessen an der Strahlungsleistung der Quasare müsste das Galaktische Zentrum Millionen Mal heller sein als wir beobachten. Mit den Radio-, Infrarot- und Röntgendaten verstehen wir allmählich, warum die Effizienz des Gaseinfalls ins Schwarze Loch so schlecht ist. Das hängt unter anderem mit der geringen Abführung des Drehimpulses zusammen.
bdw: Welchen Rätseln sind sie noch auf der Spur?
GENZEL: Wir sehen immer deutlicher, dass das Milchstraßenzentrum die aktivste Sternentstehungsregion der Galaxis ist. Das ist äußerst verwunderlich. Denn ein Kollaps von Gas zu Sternen funktioniert bei einem Schwarzen Loch eigentlich schlecht. Vermutlich ist die Sternentstehung viel komplexer als bislang gedacht.
bdw: Wie sehen Ihre Pläne aus?
GENZEL: Wir wollen mit der Zusammenschaltung mehrerer Teleskope bis an den Ereignishorizont des Schwarzen Lochs herankommen und seine Größe und Rotation messen sowie die Struktur der Raumzeit dort. Die Astronomie insgesamt ist gegenwärtig fantastisch interessant – man müsste mehrere Leben haben.
Diese Analyse wurde von der Bibliometrie-Gruppe an der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich aufbereitet. Autoren sind: Dr. Bernhard Mittermaier, Cornelia Plott, Dirk Tunger, Ulrike Burkard, Heike Lexis.
www.fz-juelich.de/zb/bibliometrie
Die Fragen stellte Rüdiger Vaas/bdw.
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Dieser WissdeX basiert auf der Auswertung von wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Bereich der Astronomie. Dabei spielt die Beobachtung und Untersuchung der elektromagnetischen Strahlung, die von Himmelskörpern ausgesendet wird, eine zentrale Rolle. Der sichtbare Bereich der Strahlung, der mit unseren Augen wahrgenommen werden kann, umfasst nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Strahlenspektrum. Observatorien auf der Erde oder Teleskope auf Satelliten – wie das Hubble-Weltraumteleskop – ermöglichen Untersuchungen in größeren Spektralbereichen. Neben dem Sonnensystem sind die Milchstraße und andere Galaxien zentrale Forschungsobjekte der Astronomie.
Durch den Bau immer leistungsfähigerer Teleskope können tiefe Einblicke ins Weltall und dessen Entstehung gewonnen werden. Die Raumfahrt bietet zudem die Möglichkeit, erdnahe Himmelskörper direkt zu untersuchen. Neben der Erforschung von Grundlagen könnte die Astronomie eines Tages sogar Überlebenshilfe leisten. Denn Vorgänge im All bedrohen das irdische Leben: Nur wenn man frühzeitig über Meteoriten Bescheid weiß, die mit der Erde kollidieren könnten, lassen sich Gegenmaßnahmen entwickeln.
2 bis 2,5 Prozent der im Science Citation Index gelisteten naturwissenschaftlichen Publikationen aus Deutschland stammen aus der Astronomie. Daran hat sich in den letzten Jahren wenig geändert. Gleich geblieben ist auch die durchschnittliche Länge der Beiträge von elf Seiten.





