Gibt es Pflanzen, denen Schwermetalle nichts ausmachen?
Ja, zum Beispiel Haller’s Schaumkraut (Arabidopsis halleri), ein Verwandter der Ackerschmalwand. Diese Pflanze ist selbst auf Böden zu finden, die hoch mit Kadmium und Zink belastet sind. Aber um die hohen Schwermetall-Belastungen zu bewältigen, sind Pflanzen mit einer viel größeren Biomasse erforderlich. Wir müssen deshalb zunächst die Funktionen der Gene von Haller’s Schaumkraut komplett aufklären, um dann beispielsweise Bäume gentechnisch so zu verändern, dass sie große Mengen der toxischen Schwermetalle in ihren Blättern speichern. Pflanzt man zum Beispiel manipulierte Pappeln in verseuchten Gebieten, so lassen sich die Blätter mit den Schwermetallen darin im Herbst einfach abernten.
Was geschieht heute mit den belasteten Böden?
Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder es passiert gar nichts – oder der Boden wird aufwändig bis zu einer Tiefe von einem Meter abgetragen und danach auf einer Deponie gelagert. Diese Form der Entsorgung ist in der Regel allerdings unbezahlbar, weil der Aufwand sehr groß ist. Deshalb konzentriert man sich in der Forschung bereits seit Mitte der neunziger Jahre auf die Reinigung der Umwelt durch Pflanzen, die so genannte Phytoremediation.
Hans Groth




