Das muss man sich immer wieder bewusst machen: 99 Prozent ihrer Zeit hat die Gattung Mensch in der Steinzeit verbracht. Und: In dieser Ära wurden die Grundlagen für alle entscheidenden Kulturtechniken gelegt. „Fast hat man das Gefühl, als hätten die Zeiten danach kaum mehr etwas zur menschlichen Kultur beizusteuern, sondern nur noch schon Dagewesenes weiterentwickeln können”, gibt die Autorin den Trend des Buches vor.
Um das klar zu machen, unternimmt sie einen Parforceritt durch Zeiten und Räume. Dabei geht es um
• Korrektur von Lehrmeinungen: Das Rad brachten nicht nur die Sumerer ins Rollen, sondern auch die Europäer.
• Neue Erkenntnisse: Abrupte Klimaänderungen erforderten innovative Jagdwaffen.
• Offene Fragen: Zogen Scharen von Bauern nach Mitteleuropa, oder wanderte die agronomische Idee mit prähistorischen Entwicklungshelfern ein?
Werkzeugherstellung, Religion, Zusammenleben, Bauformen, Viehzucht, Bestattungwesen, Nahrung – alle menschlichen Bereiche werden sachkundig angesprochen und anhand einzelner archäologischer Funde eingeordnet. Das geschieht manchmal etwas sprunghaft, was jedoch bei der gewaltigen Zeitspanne (gut zwei Millionen Jahre) und der weiträumigen Geografie (von Mesopotamien bis Frankreich) wohl kaum zu vermeiden ist. Mit diesem gut lesbaren Buch setzt der Verlag seine neue informative Reihe „ TheissWissenKompakt” fort. Michael Zick
Almut Bick DIE STEINZEIT Theiss, Stuttgart 2006 176 S., € 19,90 ISBN 3–8062–1996–6




