Als Wilfried Hendricks, Professor für Berufliche Bildung und Arbeitslehre an der TU Berlin, Mitte der 1990er-Jahre die Idee hatte, einen Bildungssoftwarepreis für den deutschen Markt ins Leben zu rufen, war er sich im Klaren, dass das nur ein dauerhafter Erfolg werden konnte, wenn er sich mit starken Partnern umgab. Vier waren das damals: Hendricks’ Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft (IBI), die Stiftung Lesen, der Börsenverein des Buchhandels – und bild der wissenschaft. Die ersten Preise des „digita” – zur Diskussion stand auch der Name „digitus” – wurden am 13. Oktober 1995 auf der Frankfurter Buchmesse vergeben. Damals wurden sieben Bewerber ausgezeichnet. Am 17. März 2010 waren es elf.
Nicht nur die Zahl der Preisträger hat sich im Verlauf der 15-jährigen Geschichte des digita verändert. Auch die Bezeichnung und der Ort der Preisvergabe sind andere geworden. „Ein Bildungssoftwarepreis gehört auf eine Bildungsmesse”, forderte Hendricks und sorgte dafür, dass ab 2000 die Preisvergabe zu einem Höhepunkt der an wechselnden Standorten stattfindenden „ didacta” wurde. Und 2008 wurde aus dem Bildungssoftwarepreis ein „ Bildungsmedienpreis”.
Nur wer mit der Zeit geht, bleibt im Gespräch. Für den digita gilt das ganz besonders. Dieses Jahr präsentierte erstmals Wilfried Hendricks Sohn Morten die Preisträger. Er moderierte die eineinhalbstündige Präsentation mit jugendlichem Charme. In Vertretung der Schirmherrin des digita 2010, der nordrhein-westfälischen Ministerin Barbara Sommer, hielt die Festansprache Ulrich Heinemann, Abteilungsleiter im Düsseldorfer Ministerium für Schule und Weiterbildung. Angesichts der ungeheuren Dynamik des Internet riet er zu einem Umgang mit Distanz: „Medienkompetenz gewinnen heißt mehr, als Medien zu gebrauchen. Es heißt auch, Medien kritisch zu nutzen.” Insgesamt 87 Produktteams – 7 mehr als im Vorjahr – hatten sich um den digita 2010 beworben. In einer aufwendigen Prozedur siebten die neutralen Gutachter und die unabhängige Jury die Besten heraus. Die Freude der Auserwählten bei der Preisverleihung war groß. Der Dank der Juroren, die die Laudationen verlasen, erstreckte sich auf alle Teams, die sich um einen Preis beworben hatten – ausdrücklich auch auf solche, die dieses Mal leer ausgegangen waren: Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. „Der digita ist eine Orientierungshilfe”, sagte Ministerialdirigent Heinemann, „deshalb wünschen wir dem digita noch eine lange Zukunft”.
Informationen zu den ausgezeichneten und nominierten Produkten, über den Deutschen Bildungsmedienpreis und über die Bewerbungsmodalitäten für 2011 stehen im Internet unter: www.digita.de ■





