Ethnische Vorurteile zu haben, ist gesund – das schließe ich aus diesem Beitrag. Denn offenbar ist es nur bei genkranken Menschen gelungen, diese Eigenschaft nicht nachzuweisen. Ist das nicht Grund genug, einmal darüber nachzudenken, welche Vorteile das womöglich in der Evolution haben könnte? Denn offensichtlich ist diese Eigenart des Menschen – egal, welche Kultur man betrachtet – angeboren.
Wie sieht es eigentlich bei Tieren aus? Wie beliebt sind dort extreme Außenseiter bei der Wahl des Geschlechtspartners? Wie viele Kulturen mag es wohl geben, die Fremden gegenüber keine Vorurteile haben? Das sagt Ihr Artikel leider nicht.
Silke Dehe, per E-Mail
Ilka Lehnen-Beyel beschreibt rationalisierte Emotionen in Richtung einer Aufwertung der eigenen und Abwertungen fremder Gruppen als „Vorurteile” und sinnt auf deren Überwindung. Wenn solche Vorurteile bei Homo sapiens – ausgenommen die Menschen mit Williams-Beuren-Syndrom – den mehr oder weniger ausgeprägten Normalzustand darstellen, dann liegt es nahe, nach der evolutionären Funktion dieser Irrationalität zu fragen.
Eine naheliegende These: Ähnlich wie „positive Vorurteile” – zum Beispiel durch sexuelle Liebe oder durch Vertrauen zwischen Eltern und Kindern – eine Nähe schaffen, die beispielsweise Nachwuchs entstehen und heil aufwachsen lässt, können „negative Vorurteile” wie Fremdenfeindlichkeit mitwirken bei der Entstehung von Abstand. Also auch bei der Entstehung und Erhaltung von Vielfalt, als da wären: unterschiedliche Religionen, Völker und Kulturen. Und bekanntlich ist ein vielfältig gegliedertes Biotop stabiler und zukunftsfähiger als eine eintönige Monokultur.
Holger Schleip, per E-Mail
DIE HIMMELSDETEKTIVE
Heft 2/2011
Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auch auf die Darstellung des Sternbildes Orion in dem Gemälde „Abendständchen” von Carl Spitzweg lenken, das in der Schack-Galerie in München hängt. Diese Darstellung ist so detailreich, dass sich eine Analyse wie in Ihrem Artikel aufdrängt.
Wie Sie in meiner privaten Homepage (www.dieter-bollmann.de/Abendst.html) nachlesen können, habe ich gezeigt, dass der Maler die astronomische Konstellation vom 11. März im Jahr 1854 (oder wenige Tage davor oder danach) realistisch dargestellt hat.
Das Datum passt gut mit der von Kunsthistorikern vermuteten Entstehungszeit des Gemäldes zusammen. Auch der gemalte architektonische Hintergrund passt erstaunlich genau mit der dargestellten Szene aus der romantischen Oper „Der Barbier von Sevilla” überein. Meine Betrachtung verbindet also die Malerei und Musik mit der Astronomie.
Dieter Bollmann, per E-Mail
GIFT AUF DEM DACH
Heft 3/2011
In Ihrem Beitrag weisen Sie dankenswerterweise auf die Problematik hin, dass bei einem Hausbrand eventuell Kadmiumtellurid oder andere giftige Stoffe freigesetzt werden und auf diese Art eine Gefährdung für die Feuerwehr entstehen könnte. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass bei einem Brand für die Feuerwehr nicht nur erhebliche Gefahrenmomente durch eventuelle Giftstoffe bestehen, sondern auch dadurch, dass Solarzellen trotz eines Brandes weiter Strom erzeugen, der bei Kontakt natürlich Schäden anrichten kann.
Man sollte nicht glauben, dass diese Gefährdung nachts (also wenn die Sonne nicht scheint) nicht bestünde: Im Falle eines Brandes wird die Brandstelle mit leistungsstarken Strahlern ausgeleuchtet, die eine Stromerzeugung in den Solarzellen anregen können. Weiterhin besteht eine sehr große Gefahr, wenn es zum Abschmelzen der Halterungen der Solarzellen kommen sollte, wodurch diese vom Dach abrutschen und in die Tiefe stürzen können.
Meines Wissens gibt es diesbezüglich noch keine Verhaltenshinweise oder Sicherheitsvorschriften oder Sicherheitsvorkehrungen. Oft wird es für die Feuerwehr unmöglich sein, sofort zu erkennen, ob, und wenn ja, welche Solaranlage installiert ist. Hier wäre es hilfreich, wenn Kennzeichen an allen Gebäuden mit Solaranlagen angebracht wären.
Dr. Reinhard Kubo, Moosinning
DIE AUFERSTEHUNG DES MONSIEUR LAMARCK
Heft 3/2011
Alle Ehre Herrn Lamarck, er hat dem Evolutionsgedanken zum Durchbruch verholfen. Aber mit Epigenetik hat seine Evolutionstheorie nichts gemein außer der lapidaren Überschrift „ Vererbung erworbener Eigenschaften” (das ist eine spätere Interpretation). In seiner Theorie geht Lamarck davon aus, dass durch Gebrauch oder Nichtgebrauch eines Körperteils sich dieser an die veränderten Anforderungen aktiv anpasst und die Veränderung an die Nachkommen weitergegeben wird. Das konnte jedoch bisher durch die Epigenetik nicht bewiesen werden.
Die Epigenetik halte ich für eine aufregende neue Forschungsrichtung. Sie beschreibt Vorgänge, bei denen vorhandene Gene durch äußere Einflüsse an- oder abgeschaltet werden können. Bei den angeführten Beispielen kann diese „erworbene Eigenschaft” auch wieder zurückgeschaltet werden, je nach Anforderungen. Offensichtlich stellen diese Vorgänge genetisch festgelegte Möglichkeiten dar. In keinem Fall mutieren vorhandene Gene durch gelenkte Mutation in eine vorgegebene Richtung, wie es Lamarck gefordert hat.
Niemand bezweifelt äußere Einflüsse auf die Gene. Die Epigenetik hat ihre Berechtigung, aber mit Lamarck hat das nichts zu tun. Man gewinnt den Eindruck, dass hier die darwinsche Evolutionstheorie mit zufälliger Mutation und gerichteter Selektion aus den Angeln gehoben werden soll.
Eckhard Fister, per E-Mail
DIE WURZELN VON GEIZ UND GIER
Heft 2/2011
Wenn eine Änderung der Lebensweise (Einführung der Landwirtschaft, Anm.d.Red.) zu langfristigen genetischen Änderungen führte, muss dieser Einschnitt sich erst recht kulturell bemerkbar gemacht haben. Dieser kulturelle Wirkmechanismus ist uns einerseits sehr geläufig, aber wir kennen ihn nicht von der hier vorgestellten evolutionären Perspektive. Es ist die Religion. Die Umwälzungen in der Lebensweise waren so gewaltig, dass sie zu einem neuen religiösen Verständnis und konkret zu einer neuen Religion geführt haben. Wenn die Religion ein Produkt oder Teil der Evolution ist, dann war gerade die Entstehung des Christentums als neue Religion aus biologischer Sicht ein epochaler Schritt in der Evolution des Menschen.
Bernd Ehlert, Bad Rodach





