SOBALD ES EIN von außerhalb aufgenommenes Foto der Erde gibt, wird sich eine neue Idee entwickeln, mächtiger als je zuvor in der Geschichte, sagte der britische Astronom Sir Fred Hoyle 1948. Ob diese Idee sich als stark genug erweist, um den Blauen Planeten vor seiner Zerstörung durch eben jene Spezies zu retten, die ihn erstmals verlassen hat, bleibt offen. Doch seit 1994 kann sich zumindest jeder Empfänger des Bayerischen Fernsehens allnächtlich über den Erdendunst erheben. Denn seither ersetzt die space night das Testbild des Senders: Weltraumfilme von der Erde großartige Kamerafahrten mit den Space Shuttles, musikalisch untermalt. Nun hat TV-Journalist Georg Scheller, Begründer und Redakteur von space night, knapp 100 brillante Momentaufnahmen der Shuttle-Astronauten für einen Bildband in einem extremen Hochformat ausgewählt und verständlich erklärt: von den Flickenteppichen der Landwirtschaft bis zu unberührten Gebirgsketten, von Wolken und Inseln bis zu den Farbpaletten der Wüsten. Ein Ersatz für die space night, die wunderbarste aller TVSendungen, ist das Buch nicht aber eine prächtige Ergänzung, die zeigt, wie schön unser Planet (noch) ist. Auf einer beiliegenden CD-ROM gibt es zudem Weltraumbilder, die sich als Bildschirmschoner im Computer installieren lassen damit selbst der dröge Büro-Alltag für ein paar Augenblicke zum himmlischen All-Tag wird.
Rüdiger Vaas




