Schwankungen in der Helligkeit der Sonne um wenige Promille beeinflussen das Erdklima deutlich, wurden jedoch in den letzten 20 Jahren von anderen Einflüssen überlagert. Dies fanden die schweizerischen Wissenschaftler Dr. Sami Solanki und Marcel Fligge vom Institut für Astronomie der ETH Zürich heraus.
Mit Hilfe von Modellrechnungen rekonstruierten sie die Helligkeitsänderungen des Sonnenlichts während der letzten 120 Jahre. Sie nutzten dazu historische Aufzeichnungen über die Häufigkeit von Sonnenflecken, mit deren Anzahl die Helligkeit der Sonne zusammenhängt. Direkte Messungen des von der Sonne zur Erde gelangenden Lichts sind erst seit rund zwei Jahrzehnten von Satelliten aus möglich.
Bis Mitte der siebziger Jahre stimmt der rekonstruierte Helligkeitsverlauf der Sonne gut mit dem beobachteten Auf und Ab der mittleren Temperatur auf der Erde überein.
Seither allerdings hat sich die Erde weit stärker erwärmt, als es aufgrund der Sonnenhelligkeit zu erwarten wäre. Dies, vermuten die Züricher Wissenschaftler, ist eine Folge des einsetzenden Treibhauseffekts.
Ralf Butscher




