Zeitumstellung abschaffen?
Unter anderem deshalb wird die ursprünglich aus Gründen der Energieersparnis eingeführte halbjährliche Zeitumstellung immer unbeliebter. So sprachen sich bei uns in Deutschland vor kurzem immerhin 71 Prozent in einer bundesweiten Forsa-Umfrage für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. Interessant dabei: Immerhin 60 Prozent wollen nicht zur dauerhaften Winterzeit zurückkehren, sondern das ganze Jahr die Sommerzeit behalten. Dadurch wäre es zwar morgens länger dunkel, dafür aber bliebe es abends auch im Winter länger hell. Eine solche dauerhafte Sommerzeit wurde in Australien und Großbritannien sogar schon im Parlament diskutiert.
Längst abgeschafft hat Russland den ständigen Wechsel: Im Jahr 2011 entschied Präsident Dmitry Medvedev, dass es keine Zeitumstellungen mehr geben wird. Stattdessen blieben alle neun Zeitzonen des Riesenlandes von da an permanent bei der Sommerzeit. Aber das erwies sich leider nicht als das Nonplusultra: Zwar war diese Entscheidung anfangs populär, seither aber mehrten sich Klagen über gesundheitliche Folgen vor allem im Norden Russlands. Dort stieg 2012 zudem die Zahl der morgendlichen Verkehrsunfälle deutlich an. Medvedevs Nachfolger Wladimir Putin zieht daher in diesem Jahr die Konsequenz: An diesem Sonntag wechselt ganz Russland zurück zur Winterzeit – auf Dauer.
Sommer- oder Winterzeit?
Welche Variante aber ist gesundheitlich besser – ständige Winterzeit oder dauerhafte Sommerzeit? Über dieser Frage scheiden sich auch unter Wissenschaftlern die Geister. So zeigen Studien, dass das Licht am Morgen als Taktgeber für die innere Uhr besonders wichtig ist. Zudem ist die Winterzeit die Standardzeit und entspricht am besten dem natürlichen Tag-Nacht-Wechsel im Jahresverlauf. “Aus medizinischer Sicht ist die Winterzeit für den Organismus gesünder”, erklärt Elisabeth Thomas, Ärztin bei der Gesundheitsberatung der DAK. Denn dann wird es morgens früher hell und das erleichtert der inneren Uhr das Umstellen auf die Tagesaktivität. “Gehen wir dagegen häufig im Dunkeln zur Arbeit oder Schule, dann fehlt uns ein wichtiges Signal”, so Thomas. Welche konkreten Folgen dies auf den Lernerfolg von Schülern haben kann, zeigte 2011 eine Studie zweier US-Forscher im US-Bundesstaat Indiana. Dort gab es bis 2006 einige Regionen mit Zeitumstellung und einige ohne. Wie sich zeigte, schnitten Schüler in den Gebieten mit Sommerzeit signifikant schlechter im staatlichen Schulabschlusstest ab als diejenigen ohne Zeitumstellung.





