In seinem neuen Buch – einer Sammlung von Essays – geht es ihm um nicht weniger als um den Sinn des menschlichen Lebens. Hat der Mensch eine Bestimmung im Universum? Wilsons Sicht ist evolutionsbiologisch geprägt: Er fragt nicht nach dem „Wozu”, sondern nach dem „Warum” und beantwortet diese Frage, indem er die „Zufälle der Geschichte” – also die wesentlichen Entwicklungsschritte – darstellt, die den Menschen zu seiner Sonderstellung verholfen haben.
Dabei fordert Wilson die Geisteswissenschaftler auf, gemeinsam mit den Naturwissenschaftlern nach dem Sinn zu suchen. Von Religion und Philosophie hält er allerdings nicht viel: Der religiöse Glaube sei „das Einzige, das eigentlich gute Menschen dazu bringt, Böses zu tun”. Und: Die Philosophen, die sich seit über 2000 Jahren bemühen, das Bewusstsein zu erklären, seien zu keinem Ziel gekommen, da sie „keine Ahnung von Biologie” hätten. Fest steht für Wilson, dass der Sinn des menschlichen Lebens immer gebunden sein wird an die Natur, die den Menschen zu dem hat werden lassen, was er ist.




