bild der wissenschaft: Welches Bild hat die Öffentlichkeit von der Modellfliegerei?
Wellhausen: Viele Modellflieger werden immer noch als Männer belächelt, die nicht erwachsen werden wollen. Dabei handelt es sich um ein technisch und fliegerisch sehr anspruchsvolles Hobby.
bdw: Können Sie damit auch Jugendliche vom Fernseher oder Computer weg locken?
Wellhausen: Wir legen großen Wert auf die Jugendarbeit. Damit haben wir auch Erfolg und können immer mehr Heranwachsende für das Hobby begeistern. Zurzeit hat der DMFV mehr als 5800 Mitglieder unter 18 Jahren.
bdw: Können die sich das Hobby denn leisten?
Wellhausen: Durch den Einsatz industrieller Produktionsabläufe ist ein preisgünstiger Einstieg möglich geworden. Ein typisches Einsteigermodell ist ein leichter Elektrosegler – und der ist als Bausatz samt Fernsteuerung ab 200 Euro zu haben.
bdw: Stimmt das Vorurteil, dass Modellflugzeuge lärmende und stinkende Krachmacher sind?
Wellhausen: Diese Zeiten sind längst vorbei. Die eingesetzten Verbrennungsmotoren haben ausgeklügelte Schalldämpfer und sind damit oft leiser als ein Pkw. Die meisten Modellflugplätze haben hinsichtlich der Lärmentwicklung strenge Auflagen für die geflogenen Modelle.
bdw: Gibt es auch kommerzielle Anwendungen von Flugmodellen?
Wellhausen: Hubschraubermodelle werden oft mit Kameras bestückt und liefern dann beispielsweise Luftbilder für archäologische Ausgrabungen. Häufig werden Flugmodelle auch in der Filmbranche eingesetzt. Dabei haben sie oft ein kurzes Leben, denn es ist natürlich billiger, ein Modell zur Explosion zu bringen als einen echten Flieger. Man darf auch nicht vergessen, dass viele militärische Drohnen eigentlich nichts anderes als hoch entwickelte Modellflugzeuge sind.
Sebastian Moser





