Trotz eines zwölfstündigen Kontaktversuchs kam keine Funkverbindung zwischen der Erde und der Raumsonde NEAR Shoemaker zustande. Sie war im Februar 2001 sanft auf dem Planetoiden 433 Eros gelandet. Es war die erste und bislang einzige derartige Mission – bild der wissenschaft berichtete im Mai 2001 darüber. Zuvor hatte die Sonde den 34 Kilometer langen Himmelskörper ein Jahr lang umkreist, ihn genau vermessen und kartiert sowie über 160000 Fotos gewonnen (bild der wissenschaft 1/2001, „Rendezvous mit Eros”). Die nach dem tödlich verunglückten amerikanischen Geologen und Astronomen Eugene Shoemaker benannte, knapp zwei Meter große NEAR-Sonde (Near Earth Asteroid Rendezvous) funkte damals noch einige Tage lang Daten von dem Planetoiden. Sie untersuchte das Gestein und forschte – vergeblich – nach einem Magnetfeld. Sie verstummte, als die Sonnenenergie für die Energieversorgung nicht mehr ausreichte, weil die Landestelle zu lange im Schatten gelegen hatte. Letzten Dezember versuchte Missionsdirektor Robert Farquhar vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University in Laurel, Maryland, mit seinen Kollegen noch einmal, Kontakt mit der Sonde aufzunehmen. Denn inzwischen befand sich Eros nur 138 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – in weniger als der Hälfte der Distanz, als NEAR Shoemaker dort gelandet war –, und die Sonnensegel der Sonde waren drei Monate lang von der Sonne beschienen worden. Doch die tiefen Temperaturen von teils minus 170 Grad Celsius auf Eros hatte die Sonde anscheinend nicht überstanden. „Wir hatten zwar keine große Hoffnung, aber wir wollten die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen”, sagt Farquhar.
Hans Groth




