Während in Deutschland viele Tausend Lehrstühle für Kunstgeschichte besetzt sind, kann man die Zahl der Wissenschaftshistoriker gefühlt an den Fingern seiner Hände abzählen. Wissenschaftsgeschichte ist ein Schwarzes Loch in der hiesigen Kultur, das man bei vielen Gelegenheiten dadurch zu stopfen versucht, dass man ab und zu etwas von einer wissenschaftlichen Revolution verlauten lässt, jedoch weder versteht, woher dieser inflationär eingesetzte Begriff kommt, noch sagen kann, was er für die Disziplin bedeutet, in der man ihn einsetzt. Albert Einstein hat das Attribut „revolutionär“ genau ein Mal benutzt, als er seine Idee vortrug, dass Licht nicht nur die Eigenschaften einer Welle, sondern auch die eines Teilchens haben kann. Wenn man in einer Talkshowrunde fragen würde, was das Revolutionäre dabei war, glaube ich nicht, dass jemand einen vernünftigen Satz dazu sagen könnte. Ich denke eher, dass Einstein Spaß daran haben würde, den Plaudertaschen seine Zunge zu zeigen.