Es war einmal eine Königstochter, die hatte eine Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und Haare so schwarz wie Ebenholz. Eines Tages wollte ihre böse Stiefmutter sie töten lassen, doch Schneewittchen – so hieß das schöne Kind – floh in den Wald. Sie lief den ganzen Tag über Stock und Stein, wanderte über sieben Berge und kam am Abend, als es dunkel wurde, müde und hungrig an ein Häuschen. Dort wohnten 15 Zwerge. Schneewittchen klagte ihnen ihr Leid, und die freundlichen Zwerge nahmen sie bei sich auf. Der Tag nach Schneewittchens Ankunft war ein Sonntag, und die Zwerge brauchten nicht in ihr Bergwerk hinab zu steigen. Die Sonne schien, und sie setzten sich vor ihr Häuschen, rauchten ihre Pfeifen und plauderten mit Schneewittchen. Vor den Häuschen war aus schwarzen und weißen Platten ein großes Quadrat gelegt. „ Was ist das für ein seltsames Schachbrett?”, fragte Schneewittchen. „Das ist kein Schachbrett”, sagte der älteste der 15 Zwerge und lachte. „Aber du kannst uns damit zeigen, wie klug du bist.” Dann wandte er sich an die Zwerge. „Stellt euch doch alle einmal der Größe nach in einer Reihe auf.” Das taten sie, und auch der älteste Zwerg reihte sich ein. „Wir Zwerge sind alle kleiner als du, aber jeder von uns hat eine andere Größe”, sagte der älteste Zwerg. „Weise nun jedem von uns ein weißes Feld zu.” „ Das ist eine leichte Aufgabe”, meinte Schneewittchen. „Da irrst du dich, denn ich habe dir noch nicht alles gesagt”, fuhr der Zwerg fort. Dann erklärte er, dass für jeden Zwerg der Abstand zum nächstgrößeren Zwerg größer sein müsse als der Abstand zum nächstkleineren Zwerg. Wenn sie beispielsweise dem viertkleinsten Zwerg das Feld b1 gebe und dem fünftkleinsten das Feld b3, denn dürfe sie den sechstkleinsten zwar auf das Feld e5, nicht aber auf der Feld a2 stellen. Der Abstand zweier Felder sei übrigens immer der Abstand ihrer Mittelpunkte. „Das schaffe ich schon”, sagte Schneewittchen zuversichtlich und machte sich an die Arbeit. Schneewittchen war zwar sehr schön, aber leider nicht besonders klug. So oft sie es auch versuchte, es gelang ihr immer nur, höchstens sieben Zwergen richtige Felder zuzuweisen. Das war Schneewittchen peinlich, und sie schämte sich so sehr, dass sie Jahre später, als sie die Königin eines großes Reiches war, ihren Kindern und Enkeln immer wieder erzählte, in dem Häuschen hinter den sieben Bergen hätten nur sieben Zwerge gelebt. Sind Sie klüger als Schneewittchen? Auf welchem Feld muss der kleinste Zwerg stehen?
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 30. September 2010 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 09|10″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Dezember-Heft 2010 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist das Diadem 3,6 x 12 von Zeiss (www.zeiss.de). Das leichte und lichtstarke Fernglas eignet sich bestens für unterwegs. Kulturelle Events holen Sie damit nah heran, selbst wenn Sie nicht in der ersten Reihe sitzen. Und mit dem eleganten Design können Sie sich auch in der Oper sehen lassen. Mehr erfahren Sie unter: www.zeiss.de. Buchpreis ist „Die Wissenschaftslüge” von Ben Goldacre. Darin entlarvt der britische Arzt und Medizinjournalist mit viel Wissen und Witz die pseudowissenschaftlichen Versprechungen von Homöopathie, Pharma- und Kosmetikindustrie. Und er zeigt, was Wissenschaft von Scharlatanerie unterscheidet. Er erklärt, warum kluge Menschen dummes Zeug glauben, wie der Placebo-Effekt wirkt, welche Tücken in Statistiken stecken und wie Medien zur Volksverdummung beitragen. Wer das Buch liest, wird seine Mitmenschen besser davon abhalten können, auf Märchenerzähler und skrupellose Geschäftemacher hereinzufallen. Mehr Informationen finden Sie unter: www.fischerverlage.de




