Wie schafft man es, Familie und eine Professur an einem der berühmtesten Forschungsinstitute der Welt miteinander zu vereinbaren? „Man muss die richtigen Entscheidungen treffen”, sagt die 38-jährige Mutter von zwei Kindern und Inhaberin des Lehrstuhls für Planetenforschung und Physik am Massachusetts Institute of Technology. Für die in Toronto aufgewachsene Kanadierin heißt das: Sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren, sowohl beim Familienleben als auch bei der Forschung. „Meine Strategie besteht darin, die vielversprechendsten Projekte für mein Team auszusuchen und Routinearbeiten anderen zu überlassen”, sagt Seager. Schon während ihrer Doktorarbeit an der Harvard University entschied sich Seager für das Thema extrasolare Planeten, auch wenn Mitte der 1990er-Jahre noch viele Forscher bezweifelten, dass die gemessenen Anomalien tatsächlich von Planeten stammten. Ihre Arbeit trug entscheidend dazu bei, dass Atmosphären von Exoplaneten entdeckt und charakterisiert werden konnten. Heute gilt sie als einer der führenden Köpfe auf ihrem Forschungsgebiet. Im Juni 2010 besucht sie als „Biermann Lecturer” für drei Wochen das Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching.




