Einige der von den Polarforschern Scott und Shackleton vor knapp hundert Jahren in der Antarktis zurückgelassenen Hütten sind vom Zerfall bedroht. Salz und ein mysteriöser Pilz nagen an den historischen Holzbauten, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausgabe vom 9. November, S. 11).
Im Grunde gilt das antarktische Klima mit seiner trockenen und kalten Luft als konservierend. Doch die betroffenen Hütten stehen an Plätzen, wo der Wind enorme Salzwassermengen von der See aufs Land bläst. Diese salzhaltige feuchte Luft ist so aggressiv, dass sie das Holz zerstört, warnt ein amerikanisch neuseeländisches Forscherteam.
Die Wissenschaftler um Benjamin Held von der Universität Minnesota haben außerdem einen seltsamen Pilz gefunden, der die Holzfundamente der Hütten wegfrisst. “Es ist merkwürdig”, wundert sich Held. “Es gibt in der Antarktis keine Holzgewächse. Woher kommen also Pilze, die diese Verrottung bewirken?”
Um den Pilz effektiv an seinem zerstörerischen Werk hindern zu können, müssen die Forscher ihn noch genauer identifizieren. Sie arbeiten zudem an einem silikonhaltigen Holzschutzmittel, um die Zerfallsprozesse zu stoppen. Darüber hinaus könnten Windbarrieren helfen, die salzhaltige Gischt von den Gebäuden fernzuhalten, schlagen die Wissenschaftler vor.
Salz und Pilze greifen Scotts Schutzhütte am “Hut Point” an, die im Laufe seiner Entdeckungsreise zwischen 1901 und 1904 gebaut wurde. Auch die Hütte am “Cape Evans” aus seiner späteren “Terra Nova Expedition” aus dem Jahr 1910 ist betroffen. Das dritte vom Zerfall bedrohte Holzhaus stammt aus Shackletons “Nimrod Expedition” von 1907 bis 1909 und steht am “Cape Royds”.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





